Im Norden und Nordosten Brasilien wurde ein Wachstum im Einzelhandel festgestellt / Copyright: Agência Brasil
Die Konsumenten haben neues Vertrauen in Kredite erlangt / Copyright: Agência Brasil

Die Konsumenten haben neues Vertrauen in Kredite erlangt / Copyright: Agência Brasil

Die Nachfrage nach Krediten durch brasilianische Konsumenten erreichte im Juli einen neuen Höchstwert. Das Beratungsunternehmen Serasa Experian teilte gestern (08.08) mit, dass die Nachfrage im Vergleich zu Juni um 8,7 Prozent angestiegen sei. Verglichen mit der selben Periode im Vorjahr gab es einen Anstieg von 5,4 Prozent.

Der Kreditbedarf hängt laut Serasa Experian vom Einkommen der Brasilianer ab. Je höher der monatliche Verdienst desto geringer ist die Nachfrage nach Krediten. Eine besonders hohe Nachfrage war also bei den Konsumenten zu beobachten, die ein sehr geringes Monatsgehalt von bis zu 500 Reais (rund 162 Euro) erhalten. Das Bedürfnis nach Krediten stieg im Juli um mehr als 13 Prozent im Vergleich zum Vormonat an. Brasilianer aus der zweitniedrigsten Verdienstklasse mit einem Einkommen bis zu 1.000 Reais (rund 324 Euro) fragten fast 11 Prozent mehr Kredite nach als noch im Juni. Die Brasilianer, die in der obersten Gehaltsklasse von mehr als 10.000 Reais (rund 3.250 Euro) monatlich zu Hause sind benötigten lediglich 1,3 Prozent mehr Kredite.

Auch die geografische Analyse zeigt, dass die wirtschaftlich schwachen Regionen eine deutlich höhere Nachfrage nach Krediten aufweisen als die übrigen. Im Norden und Nordosten Brasiliens war ein Anstieg zwischen 17 und 18 Prozent zu verzeichnen, während im zentralen Westen lediglich ein Zuwachs von 1,9 Prozent bemerkt wurde.

Die Ökonomen erklärten, dass die Konsumenten im ersten Quartal noch sehr vorsichtig gewesen seien, da der Anstieg der Inflation nicht abzusehen war. Mit der stabileren Inflation kehre nun auch das Vertrauen in Kredite zurück. (sg)