Der niedrige Zins des Selic erhöht die Geldmenge in Brasilien / Copyright: Wikimedia, Thavlosk

Der niedrige Zins des Selic erhöht die Geldmenge in Brasilien / Copyright: Wikimedia, Thavlosk

Die Maßnahmen der Zentralbank zur kontinuierlichen Absenkung des Leitzins Selic hatten wohl ihren Effekt, aber sie konnten insgesamt den Trend zu einer langsameren wirtschaftlichen Entwicklung noch nicht bremsen. Nach den Absenkungen des Leitzins ist wirtschaftliches Wachstum allerdings eine wichtige Voraussetzung, damit sich die geldpolitischen Maßnahmen nicht in einer steigenden Inflation niederschlagen. Die jährliche Inflationsrate für den April liegt bei knapp 5,1 Prozent und hat sich damit im Vergleich zum März schon um 0,14 Prozent reduziert. Dies zeigt auch, dass die brasilianische Wirtschaft durch die vergünstigten Kredite an Wachstum zulegen konnte, aber deutlich weniger wie von den meisten wohl erwartet worden war.

Die Geldpolitik der Zentralbank setzt bei all ihren Maßnahmen auf einen stabilen Wechselkurs bei einer Zielgröße von 2,05 Reais zum US-Dollar, um die Importe nach Brasilien nicht weiter zu verteuern. Auch würde bei diesem Wechselkurs die Inflation nicht weiter steigen. Sollte also in den nächsten Wochen der Wechselkurs unter Druck geraten, dann ist davon auszugehen, dass die brasilianische Zentralbank Maßnahmen ergreifen wird, um das definierte Ziel zu erreichen. Dies hatte sie bereits in der letzten Woche mit zwei swaps-Geschäften (terminlichen Tauschgeschäften mit Devisen) gemacht, um den Wechselkurs zu stabilisieren.

Die Binnennachfrage, so jedenfalls die Analyse der brasilianischen Zentralbank, wird sich in den kommenden Monaten weiter verbessern. Die Regierung hatte zahlreiche Maßnahmen gestartet, um die Nachfrage der Haushalte zu stimulieren und auch die Reduktion des Leitzins Selic dürfte sich mittelfristig positiv auf den Konsum der Familien auswirken. (mas)