Wirtschaftszentrum von Rio de Janeiro / Copyright: Wikimedia by Soldon

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Das Zentrum für Wirtschafts- und Businessforschung (Centre for Economics and Business Research, kurz: CEBR) sieht Brasilien bereits in 2011 als weltweit sechstgrößte Wirtschaftsnation. Dies wurde gestern (26.12.) in der britischen Zeitung The Guardian veröffentlicht. Damit überholt das Land Großbritanniens Wirtschaft, welche durch den Banken-Crash in 2008 und den darauf folgenden wirtschaftlichen Rückgang auf Rang sieben des Rankings landet. Brasilien stellt mit dem sechsten Platz den größten Wirtschaftsraum Lateinamerikas dar.

Grund für den Boom des Landes sind vor allem die Exporte nach China und in die Länder des fernen Ostens. Das Ranking zeigt, wie sich die ökonomische Landkarte der Welt verändert. So hätten die Brasilianer die europäischen Länder zwar schon seit langer Zeit im Fußball geschlagen, dass sie sie jedoch auch in der Wirtschaft besiegen, sei ein neues Phänomen, so Douglas McWilliams, Gründer und Geschäftsführer des britischen CEBR. Der Tendenz nach steigen asiatische Länder und Commodity-Produzenten in der Wirtschaftsliga auf, während die Europäer zurückfallen.

So wird für Indien und Russland in den nächsten zehn Jahren starkes Wachstum prognostiziert, sodass sich Indien dank starker IT-Dienstleistungen sowie hoch ausgebildeter Arbeitskräfte auf dem fünften Platz einfinden wird. Russland werde den Prognosen nach den vierten Platz belegen.

CEBR Weltwirtschaftsranking:

Die Europäische Union bleibe zwar weiterhin der weltweit größte gemeinsame Handelsblock, doch für nächstes Jahr wird auch hier ein Rückgang vorhergesagt. Dieser wird, laut den Hochrechnungen der CEBR, das Wachstum in 2012 auf 2,5 Prozent reduzieren. Wenn eines oder mehrere Länder den Euro verlassen würden, könne das weltweite Wachstum im schlechtesten Fall bis auf 1,1 Prozent zurückgehen.

CEBR-Wachstumsprognosen für Schwellenländer wie China (7,6 Prozent) oder Indien (sechs Prozent) sehen um einiges positiver aus. Andere aufsteigende Ökonomien, die stärker von der EU oder Commodity-Preisen abhängig sind, könnten einen wirtschaftlichen Rückgang verzeichnen. (jv)