Brasilien: laut Spezialisten keine Massenentlassungen in der Industrie

23.07.2012 | Politik |
Spezialisten gehen davon aus, dass die Brasilianer in diesem Jahr nicht stark von Inflation und Arbeitslosigkeit betroffen sein werden /  Copyright: Wikimedia Creative Commons, Uwe Hermann

Spezialisten gehen davon aus, dass die Brasilianer in diesem Jahr nicht stark von Inflation und Arbeitslosigkeit betroffen sein werden / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Uwe Hermann

Nach Schätzungen brasilianischer Spezialisten wird das geringere Wirtschaftswachstum gar nicht oder nur kaum den Arbeitsmarkt beeinflussen. Ausschließlich im industriellen Sektor müsse aufgrund des Rückgangs der Produktion in vielen Bereichen mit Entlassungen gerechnet werden.

Laut dem Ökonomen Júlio Gomes de Almeida vom Studieninstitut für industrielle Entwicklung (Instituto de Estudos para o Desenvolvimento Industrial, kurz: Iedi) lässt das wirtschaftliche Wachstum bereits seit drei Quartalen zu wünschen übrig. Er erklärt, dass dies vor allem mit der Konkurrenz brasilianischer Produkte mit importierten Produkten zusammenhänge. Er betont aber auch, dass die momentane Aufwertung des US-Dollars der brasilianischen Wettbewerbsfähigkeit helfe.

Almeida gab an, dass lediglich im industriellen Sektor mit Entlassungen zu rechnen sei. Der Dienstleistungssektor wachse jedoch weiter und schaffe immer mehr Arbeitsplätze.

Der Koordinator des brasilianischen Wirtschaftsinstituts (Instituto Brasileiro de Economia, kurz: Ibre) der Getúlio-Vargas-Stiftung (Fundação Getulio Vargas, kurz: FGV) geht davon aus, dass man trotz allem nicht mit Massenentlassungen im industriellen Sektor zu rechnen habe. Die Firmen würden Kündigungen genauestens überdenken, denn es sei schwierig, bei einem Wirtschaftsaufschwung schnell wieder gute Arbeiter zu finden.

Der Ökonom Almeida sieht ebenfalls keine Massenentlassungen auf den Industriesektor zukommen. Außerdem sei er sicher, dass die brasilianische Bevölkerung in diesem Jahr nicht unter der Inflation zu leiden haben werde. Diese sei mit 5,5 Prozent bei einem mittleren Wert. Allein die Kreditvergabe an Privatkunden könnte rückläufig sein. In einer unsicheren Phase wie dieser, müsse man damit rechnen, dass Banken Kredite nicht ohne weiteres bewilligen werden, so Almeida. (sg)


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