Hafen von Santos (Bundesstaat São Paulo) / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, J. Andrade

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Verfolgt man die ersten Monate dieses Jahres den Außenhandel Brasiliens, so gleicht dieser einer Berg und Talfahrt und ein richtiger Trend will sich nicht so recht einstellen. Als die Zahlen des März präsentiert wurden, so konnte man glauben, dass mit der neuen Ernte des Soja der Trend zu weiterhin steigenden Exporten gesetzt ist und Brasilien weiter auf seinen Außenhandel als einen Pfeiler der wirtschaftlichen Leistung setzen kann. Die nun veröffentlichten Zahlen für die erste Hälfte des Aprils lassen deshalb staunen, importierte Brasilien doch mehr Güter als es exportierte und weißt damit für diesen Zeitraum ein Leistungsbilanzdefizit von 268 Millionen US-Dollar (ca. 205 Millionen Euro) auf.

Wie auch bereits in den letzten Wochen exportierte Brasilien vor allem Erdöl, Eisenerz, Soja und Fleisch als Hauptprodukte. Eingeführt wurden im Gegenzug hauptsächlich Kraftstoffe, Maschinen und Elektrogeräte, sowie pharmazeutische Produkte. In dieser Bilanz der Ex- und Importe zeigt sich die Abhängigkeit Brasiliens von der Weltwirtschaft, da es vor allem die Rohstoffe und nicht verarbeiteten Produkte sind, die es exportiert und deshalb stark von der wirtschaftlichen Situation anderer Länder, respektive deren Nachfrage, abhängig ist. Deutlich wird dies auch im Vergleich zum Vorjahr. Wies die Leistungsbilanz im letzten Jahr noch einen Überschuss von 3.953 Milliarden US-Dollar (ca. 3.000 Milliarden Euro) auf, so waren es bedingt durch die angespannte Situation auf den Weltmärkten in diesem Jahr nur 2.157 Milliarden US-Dollar (rund 1.653 Milliarden Euro) an Überschuss, die erwirtschaftet werden konnten. Es ist wegen dieses Rückgangs um 48,5 Prozent wenig überraschend, dass die Regierung Dilma Rousseff derzeit alles daran setzt, die heimische Industrie und den Binnenmarkt zu fördern. (mas)