Für unpopuläre Entscheidungen zuständig: Der Präsident der Zentralbank, Alexandre Tombini. / Copyright: Agência Brasil
Für unpopuläre Entscheidungen zuständig: Der Präsident der Zentralbank, Alexandre Tombini. / Copyright: Agência Brasil

Für unpopuläre Entscheidungen zuständig: Der Präsident der Zentralbank, Alexandre Tombini. / Copyright: Agência Brasil

Zum dritten Mal in Folge erhöht die brasilianische Zentralbank, die Banco Central, den Leitzins, und zwar um 0,5 Prozent. Damit beträgt der Zinssatz nun 8,5 Prozent. Den Entschluss dazu traf am gestrigen Donnerstag (11.07.) das Komitee für Währungspolitik der Zentralbank (Comitê de Política Monetária, kurz: Copom). Die Entscheidung trage nach Angaben des Copom dazu bei, die Inflation zu senken und sicherzustellen, dass sich die erhoffte Entwicklung auch im kommenden Jahr fortsetze.

Aufgrund der anhaltenden Teuerung zu Jahresbeginn sah sich die brasilianische Zentralbank im April dazu gezwungen den Leitzins nach fast zwei Jahren Stabilität auf 7,5 Prozent anzuheben. Noch im Oktober 2012 befand sich der Leitzins auf einem historischen Tiefstwert von 7,25 Prozent. Der Leitzins stellt jedoch das wesentlichste Mittel der Zentralbanken zu Intervention in den Markt und zur Preisstabilität dar. Vergangenen Juni hatte die Inflation jedoch trotz zweimaliger Erhöhung des Leitzinses die Soll-Obergrenze von 6,5 Prozent passiert und 6,7 Prozent erreicht.

Gemäß dem Nationalen Währungsrat (Conselho Monetário Nacional) betragen 4,5 Prozent Teuerung einen akzeptablen Mittelwert mit großzügigen Schwankungen bis zu zwei Prozent. Doch selbst diese Marke von 6,5 wurde nun gebrochen. Durch die neue Maßnahme wird eine Inflationsrate mit einem Jahresdurchschnitt 2013 von 5,81 Prozent erwartet.

Problematisch ist hingegen, dass ein hoher Leitzins die wirtschaftliche Entwicklung bremst. Die brasilianische Ökonomie wuchs im letzten Jahr nur um 0,9 Prozent und stand dabei noch unter dem Einfluss bedeutsamer staatlicher Investitionen. Die Schätzungen für das BIP 2013 gehen derzeit von einem Wachstum von 2,34 Prozent. (ms)