„Im Hochsicherheitsgefängnis Catanduvas winkt den gefährlichsten Verbrechern Brasiliens die Erlösung – nicht mehr nur durch die Hinwendung zu Gott, sondern seit neuestem auch durch die Hingabe an die Literatur: „Erlösung durch Lesen“ heißt das Programm. Ein gelesenes Buch zählt vier Tage weniger Haft.
Das Hochsicherheitsgefängnis Catantuvas ist eine von nur vier Strafanstalten, in denen fleißige Leser ihre Haftstrafe verkürzen können. Seit eineinhalb Jahren bemüht man sich in Brasilien, die Häftlinge in diesem Modellversuch zu bilden und gleichzeitig die völlig überfüllten Knäste langfristig zu entlasten.
Die Gefangenen haben vier Wochen Zeit, ein Werk über Philosophie, Wissenschaft oder klassische Literatur zu lesen. Nach der Lektüre kommt eine Prüfung. Wer Haftzeit einsparen will, muss beweisen, dass er das Buch auch verstanden hat. Mit einem Aufsatz müssen sie beweisen, dass sie sich tatsächlich mit dem Buch beschäftigt haben.
Die Sozialarbeiter im Gefängnis sagen, dass die Häftlinge über die Literatur den Kontakt nach draußen halten. Außerdem erweiterten Bücher ihren Horizont und das schlage sich deutlich spürbar auf ihre Führung nieder.“ (arte.tv/Video)

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