Autoproduktion von Peugeot im Werk in Porto Real / Copyright: PSA Peugeot Citroen

Autoproduktion von Peugeot im Werk in Porto Real / Copyright: PSA Peugeot Citroen

Seit 2002 verhandeln Mexiko und Brasilien ein neues Außenhandelsabkommen im Bereich der Automobilexporte beider Länder. Gestern (15.03.) wurde nun eine neue Vereinbarung geschlossen. Beide Länder hatten sich im Vorfeld einen Schlagabtausch geliefert, der eine Einigung nicht sehr wahrscheinlich gemacht hatte. Brasilien hatte für das neue Abkommen eine Quote auf Basis der Exporte der letzten drei Jahre von Mexiko gefordert, was einer effektiven Reduktion und damit Limitierung der Exporte Mexikos gleichkam. Auch forderte Brasilien von Mexiko die Verwendung regional produzierter Teile mit einer Quote von 35 Prozent, was für Mexiko eine zusätzliche Hürde darstellt.

Mit der nun geschlossenen Vereinbarung hat sich Mexiko auf einen Großteil der Forderungen Brasiliens eingelassen. Für die nächsten drei Jahre legt das Abkommen nun fest, dass es steigende Anteile regional produzierter Güter in den nach Brasilien exportierten Autos geben muss. Auf einen Anteil von 30 Prozent im ersten Jahr, 35 und anschließend 40 Prozent in den folgenden beiden Jahren hat sich Mexiko nun verpflichtet, die regionale Produktion Lateinamerikas stärker beim Bau der Autos zu berücksichtigen. Auch die Menge an exportierten Autos wurde im Abkommen auf 1,45 Milliarden US-Dollar (ca. 1,1 Milliarden Euro) im ersten und 1,56  sowie 1,64 Milliarden US-Dollar (ca. 1,2 bzw. 1,3 Milliarden Euro) in den Folgejahren limitiert. Damit hat sich Mexiko auf eine Reduktion seiner Exporte um fast 50 Prozent in dem neuen Abkommen festgelegt, da die Autoexporte Mexikos im vergangenen Jahr sich noch auf ein Volumen von 2,4 Milliarden US-Dollar (ca. 1,8 Milliarden Euro) beliefen.

Nach Ablauf des Vertrages in drei Jahren soll nach den Vereinbarungen wieder ein freier, unreglementierter Handel zwischen beiden Ländern stattfinden. Damit ist dieses Abkommen eine zeitlich befristete Maßnahme zur Importsubstituierung in Brasilien, wohl auch um der Autoindustrie Brasiliens wieder ein wenig Schwung zu verpassen. Mit dem Abschluss dieses Abkommens zeigt die brasilianische Regierung ein weiteres Mal, wie stark sie bereit ist, in den Markt einzugreifen, wenn sie die Ziele ihrer Wachstums- und Industriepolitik gefährdet sieht. (mas)