Knapp hunderttausend Menschen gingen in Rio de Janeiro auf die Straße / Copyright: Agência Brasil
Knapp hunderttausend Menschen gingen in Rio de Janeiro auf die Straße / Copyright: Agência Brasil

Knapp hunderttausend Menschen gingen in Rio de Janeiro auf die Straße / Copyright: Agência Brasil

Mehrere hunderttausend Menschen gingen gestern (17.06.) in zehn brasilianischen Großstädten auf die Straße um gegen Korruption, hohe staatliche Ausgaben und für mehr urbane Mobilität zu demonstrieren. Allein in Rio de Janeiro kamen Schätzungen zufolge rund 100.000 Menschen zu einem weitestgehend friedlichen Protestmarsch zusammen.

Auslöser der Proteste war eine Erhöhung der Preise für öffentliche Verkehrsmittel. In São Paulo hatte es in der letzten Woche erste Demonstrationen gegeben, auf die der Staat mit einem teils brutalem Einsatz der Militärpolizei (Polícia Militar, kurz: PM) reagierte. Daraufhin kamen vor allem gestern auch in anderen Städten immer mehr Brasilianer zusammen. In der letzten Nacht kam es nun in Rio de Janeiro, Belo Horizonte und Brasília zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Militärpolizei gegeben. Genaue Angaben zu Verletzten gibt es jedoch bislang noch nicht.

Die Menschen richteten ihre Wut schnell auch gegen den Kurs der Regierung, die hohe Summen an öffentlichen Geldern für die sportlichen Großereignisse wie der Fußballweltmeisterschaft und den Olympischen Spielen ausgibt. Die Demonstranten kritisieren die Ausgaben der Regierung von Dilma Rousseff und fordern einen nachhaltigeren Umgang mit öffentlichen Geldern. Bei vielen Menschen macht sich die Angst breit, dass die elf Milliarden Reais für die Großereignisse in teuren Stadien versickern und keinen Mehrwert für Großteile der Bevölkerung bringen werden.

Von der Regierung liegt derzeit noch keine offizielle Stellungnahme zu den Protesten vor. (sg)