Mancherorts ist es die Dürre, andererorts sind es die massiven Niederschläge, die bis zu 13 Prozent der Ernte verderben lassen. / Copyright: Agência Brasil
Mancherorts ist es die Dürre, andererorts sind es die massiven Niederschläge, die bis zu 13 Prozent der Ernte verderben lassen. / Copyright: Agência Brasil

Mancherorts ist es die Dürre, andernorts sind es die massiven Niederschläge, die bis zu 13 Prozent der Ernte verderben. / Copyright: Agência Brasil

Die Wetterextreme in Brasilien haben zu schweren Ernte- und Gewinneinbußen in der Landwirtschaft geführt. Die anhaltende Hitze- und Dürreperiode im südlichen Zentrum sowie extreme Niederschläge im westlichen Zentrum des Landes haben nach ersten Schätzungen zu Gewinnverlusten von zehn Milliarden Reais (etwa 3,09 Milliarden Euro) geführt. Wie die Tageszeitung Estado de São Paulo berichtet, seien insbesondere die Ernte von Soja, Mais, Kaffee, Zuckerrohr, Orangen und auch die Milchproduktion betroffen.

Die Einbußen in der Landwirtschaft hätten bereits zu höheren Preisen auf dem brasilianischen Markt sowie an der Lebensmittelbörse von Chicago geführt. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen einer brasilianischen Super-Ernte von Soja, die den Preis für Soja sinken ließ, sei der Preis nun auf 14 US-Dollar pro Bushel, dem gängigen Getreidemaß an der Börse (etwa 35 Liter) gestiegen. Laut Fachmagazin Oil World fielen 4,5 Millionen der brasilianischen Sojaernte im Wert von 5,4 Milliarden Reais (fast 1,7 Milliarden Euro) aus.

In Mato Grosso, dem größten brasilianischen Soja produzierenden Staat, habe es in manchen Regionen doppelt so viel geregnet wie gewöhnlich. Das Sojagetreide fange vielerorts an zu verfaulen. Entweder man nehme massive Einbußen hin oder investiere in energieintensive Trockenverfahren, so Seneri Paludo, Geschäftsführer des Landwirtschaftsverbandes von Mato Grosso.

Beim südlichen Nachbarn Paraná wiederum habe die Trockenheit zu Einbußen von 13 Prozent geführt, wie Francisco Carlos Simioni, Chef der Landwirtschaftsbehörde von Paraná, bestätigte. Von den 16,5 Millionen Tonnen seien mehr als zwei Millionen Tonnen verdorrt. Nach Schätzungen des Ministeriums für Landwirtschaft summierten sich die Mindereinnahmen hier auf 2,2 Milliarden Reais (etwa 680 Millionen Euro). (ms)