Laboratorien kaufen ihre Technik häufig im Ausland ein / Copyright: Wikimedia Creative Commons, National Cancer Institute
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Die brasilianische Industrie für Medizinische Produkte und Technik (Indústria Brasileira de Produtos de Saúde) fordert eine Steuerbefreiung für die Produktion und den Verkauf von medizinischer Ausrüstung, Labormaterialien, Krankenhauszubehör und Technik für Zahnmedizin. Steuerbefreit sollen die Produkte aber nur dann sein, wenn sie von öffentlichen Institutionen gekauft werden. Die Angelegenheit wurde gestern (5.11.) in der Kommission für Soziale Angelegenheiten (Comissão de Assuntos Sociais) im Senat diskutiert.

Grund für die Forderung ist laut der Vereinigung der Hersteller von medizinisch-technischen Gütern (Associação Brasileira da Indústria de Artigos e Equipamentos Médicos, Odontológicos, Hospitalares e de Laboratórios, kurz: Animo), dass die Produkte, werden sie aus dem Ausland importiert, steuerbefreit sind. Bei dem Kauf innerhalb Brasiliens werden jedoch Steuern erhoben. Dies mache es günstiger, die Produkte zu importieren.

Der Präsident der Vereinigung Paulo Fraccaro erklärte, dass die brasilianische Industrie die Kapazitäten habe, um rund 95 Prozent der benötigten Güter herzustellen. Allerdings könne man momentan aufgrund der Steuer mit den Importpreisen nicht mithalten.

Laut einer Studie, die gestern von der Animo vorgestellt wurde, würde die Wirtschaft im Falle einer Steuererleichterung um 0,3 Prozent wachsen. Auch für den Arbeitsmarkt könnten rund 0,28 Prozent mehr Arbeitsplätze generiert werden. Der staatliche Berater Alexandre Andrade gab jedoch zu Bedenken, dass der Betrag, der aus den Steuern eingenommen wird für soziale Projekte genutzt werde und dass die Steuerbefreiung eine ernst zunehmende finanzielle Lücke hinterlassen würde. Eine mögliche Lösung soll in den kommenden Wochen diskutiert werden. (sg)