In Brasilien herrscht in vielen Regionen akuter Ärztemangel / Copyright: Wikimedia Creative Commons
In Brasilien herrscht in vielen Regionen akuter Ärztemangel / Copyright: Wikimedia Creative Commons

In Brasilien herrscht in vielen Regionen akuter Ärztemangel / Copyright: Wikimedia Creative Commons

Die Medizinische Vereinigung Brasiliens (Associação Médica Brasileira, kurz: AMB) will das Programm „Mehr Ärzte“ (Mais Médicos) der brasilianischen Regierung nicht unterstützen. Im Rahmen dieses Programms wollen Politiker ausländische Ärzte ins Land holen, um den akuten Ärztemangel ausgleichen zu können. Dabei sollen durch Mediziner aus anderen Ländern vor allem die freien Stellen im Hinterland und in den Peripherien der Städte besetzt werden, die brasilianische Ärzte schon seit längerer Zeit nicht annehmen wollen.

Vor der höchsten rechtlichen Instanz bat die AMB nun gestern ( 24.07.) sogar um die Annullierung des Programms, welches bereits offiziell gestartet ist. In ihrem Schreiben an das Oberste Gericht fordert die AMB, dass ausländische Ärzte keine Arbeitserlaubnis erhalten sollen, ohne eine genaue Überprüfung ihres universitären Abschlusses. Notfalls soll dieser erst durch äquivalente Bescheinigungen durch brasilianische Hochschulen bestätigt werden. Die Vereinigung befürchtet außerdem fehlende oder nicht ausreichende Sprachkenntnisse der Kandidaten. Dies sei jedoch die Basis für die gute Arbeit als Arzt, erklärten Sprecher der AMB.

Die Vereinigung fordert anstelle der Anwerbung ausländischer Kräfte, eine sofortige Umstrukturierung und intensivere Finanzierung des Medizinstudiums, um mehr Brasilianer zu Ärzten auszubilden. Das Interesse der jungen Leute sei gegeben. Dieser Forderung kommt die Regierung bereits nach. Politiker erinnern jedoch daran, dass momentan akuter Ärztemangel herrsche und man nicht noch Jahre warten könne, bis ein neuer Schwung an brasilianischen Studenten das Medizinstudium beende. (sg)