Brasilien: Medizinische Versorgung verbessert Lebensqualität

27.07.2012 | Politik |
In vielen brasilianischen Städte ist eine medizinische Grundversorgung bereits zugänglich / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Andrevruas

In vielen brasilianischen Städte ist eine medizinische Grundversorgung bereits für alle zugänglich / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Andrevruas

Das brasilianische Programm Gesundheit für die Familie (Programa Saúde da Família, kurz: PSF) ist nach Informationen der Regierung für die verbesserte gesundheitliche Situation vieler Brasilianer verantwortlich. Das Programm verfolgt das Ziel, die brasilianische Bevölkerung mit medizinischen Basispaketen zu versorgen. So zum Beispiel mit Impfungen und jährlichen Kontrolluntersuchungen. Die Ergebnisse beruhen auf Langzeitstudien, die seit Beginn des Programms 1994 parallel durchgeführt wurden.

Die Studien werden zur Zeit im Rahmen des 3. Kongresses der Vereinigung für Familien- und Gemeinschaftsmedizin (Associação de Medicina de Família e Comunidade) in Petrópolis im Bundesstaat Rio de Janeiro besprochen. Die Ärztin und Präsidentin der Vereinigung, Andréa Castro, sagte, dass Brasilien aufgrund des PSF internationale Anerkennung, auch die der Weltgesundheitsorganisation, zukomme. Besonders erfolgreich sei die brasilianische Gesundheitspolitik in der Reduzierung der Kindersterblichkeit und der Todesfälle aufgrund von Herzschwäche. Außerdem hätte sich die Früherkennung von Krebserkrankungen positiv entwickelt, so Castro. Das PSF habe die Lebensqualität der Brasilianer verbessert, allen voran die der Ärmsten, betont Castro, die allgemeine Zufriedenheit der brasilianischen Bevölkerung sei aufgrund des PSF angestiegen. Für die Zukunft wünscht sich die Präsidentin der Vereinigung eine langfristige Betreuung der einzelnen Familien durch Ärzte. So könne eine bessere Rundum-Behandlung gewährleistet werden.

Die Ärztin Claunara Shilling de Mendonça, die im Rahmen des Kongresses eine Studie über die Wirkungen des PSF vorstellte, bemängelte, dass es immer noch zu wenige Ärzte gebe, die auf Familienmedizin spezialisiert seien. Außerdem kritisierte sie die medizinische Ausstattung vieler brasilianischer Städte. Die adäquate medizinische Versorgung der gesamten brasilianischen Bevölkerung sei trotz der Erfolge weiterhin die größte Herausforderung für die Regierung, so Shilling de Mendonça. (sg)


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