Der Minister für Nationale Integration, Fernando Bezerra / Copyright: Agência Brasil

Der Minister für Nationale Integration, Fernando Bezerra / Copyright: Agência Brasil

Fernando Bezerra, der brasilianische Minister für Nationale Integration und Zuständiger für das Umleitungsprojekt des Flusses Rio São Francisco, teilte gestern (29.12.) der Presse mit, dass ein weiterer Versuch gestartet werden soll, um das Megabauprojekt binnen der nächsten vier Jahre zu beenden. Dafür werde die Regierung Rousseff  eine weitere Ausschreibung starten. Zusätzliche 1,2 Milliarden Reais (ca. 490 Millionen Euro), finanziert aus Steuergeldern, sollen dem Bauprojekt zur Verfügung gestellt werden, um somit das teuerste Vorhaben, unter den Projekten des Wachstumsbeschleunigungsprogramm Brasiliens (Programa de Aceleração do Crescimento, kurz: PAC), fertig zu stellen.

Die Bauarbeiten begannen 2007 unter dem damaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Die Umleitung des Flusses soll Teile der Wassermassen über mehr als 600 Kilometer Betonkanäle in vier weitere Staaten leiten: Ceará, Rio Grande do Norte, Paraíba und Pernambuco.

Nachdem 2,8 Milliarden Reais (rund 1,1 Milliarden Euro) des Budgets in dem Bauprojekt bereits verwendet worden sind, befinden sich Großteile des Baus zurzeit im Stillstand oder gehen nur in sehr langsamen Schritten voran. Voraussichtlich müssen 214 Meter der betonierten Umleitungsstrecken, auf denen sich die Betonplatten gelöst haben, erneuert werden.

Die anfänglichen Kosten, geschätzte fünf Milliarden Reais (ca. zwei Milliarden Euro), seien – die Neugenehmigung der 1,2 Milliarden Reais eingeschlossen – schon auf 6,9 Milliarden Reais (etwa 2,8 Milliarden Euro) angestiegen, so Fernando Bezerra. Er fügte hinzu, dass die Kosten erst dann sicher berechnet werden könnten, wenn der Ausschreibungsprozess beendet und die Verträge abgeschlossen seien. Dies, so hofft er, werde bis März geschehen. Diese finanziellen Maßnahmen seien unbedingt notwendig, damit sich das Umleitungsprojekt des Rio São Francisco nicht in ein Investitionsgrab verwandeln werde. (jv)