Empregada doméstica, die Hausangestellte. Ein durchaus übliches Bild in einem brasilianischen Haushalt / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, lijjkkoo

Empregada doméstica, die Hausangestellte. Ein durchaus übliches Bild in einem brasilianischen Haushalt / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, lijjkkoo

Der Gesetzesvorschlag PEC 478/10, auch Hausangestellten-PEC genannt, der Anfang dieses Monats vom Spezialausschuss für Arbeiterrechte im brasilianischen Abgeordnetenhaus genehmigt wurde, könnte die Arbeitsbedingungen von 6,6 Millionen Brasilianern ändern.

Der Vorschlag erweitert die Rechte von Hausangestellten in Brasilien und soll sie an die der Arbeiter anderer Berufsfelder im Land angleichen. 1972 wurde das Berufsfeld Hausangestellter zwar gesetzlich als Beruf anerkannt, nur gab es kaum rechtliche Absicherungen. Im Jahr 1988 folgte schließlich ein nächster Schritt für die Rechte von Hausangestellten: die Garantie für die Zahlung des Mindestlohns und des Mutterschaftsgeldes über 120 Tage.

Durch den neuen Gesetzesvorschlag soll nun die wöchentliche Arbeitszeit auf 44 Stunden festgelegt werden, auch solle man Überstunden sowie Nachtarbeit zwischen 22 und 5 Uhr bezahlt bekommen. Ein weiterer Punkt sei die obligatorische Absicherung der Arbeiter durch den Garantiefond für Dienstleistungszeit FGTS (Fundo de Garantia do Tempo de Serviço) sowie die Arbeitslosenversicherung. Der FGTS wurde zwar 2001 zum Gesetz hinzugefügt, allerdings beruhte die Versicherung auf freiwilliger Basis der Arbeitgeber.

„Die Abgaben für den FGTS sind bis heute nicht obligatorisch und deshalb zahlt sie auch fast niemand. Aus diesem Grund ist diese Maßnahme eine der Hauptänderungen, die der Gesetzesvorschlag mit sich bringt. Wenn der Vorschlag so genehmigt wird, werden Arbeitgeber monatlich acht Prozent des Einkommens der Hausangestellten zahlen müssen“, so Sérgio Batalha, Anwalt für Arbeitsrecht. (ds)