Die öffentlichen Banken tragen seit 1999 wieder zu mehr als 50 Prozent zur Kreditvergabe bei.. / Copyright: Agência Brasil
Im Rahmen des Verbraucher- und Bürgerplans sollen nun die Banktarife besser kontrolliert werden / Copyright: Agência Brasil

Im Rahmen des Verbraucher- und Bürgerplans sollen nun die Banktarife besser kontrolliert werden / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Regierung hat vergangene Woche den nationalen Verbraucher- und Bürgerplan (Plano Nacional de Consumo e Cidadania) herausgegeben. Dieser zielt darauf ab, die Qualität von Produkten und Dienstleistungen zu verbessern und den Konsum zu intensivieren. Eine neue Maßnahme des Plans ist nun die spezielle Kostenkontrolle von Banktarifen. Diese Maßnahme soll vor allem für den Kunden mehr Transparenz bei Dienstleistungen mit sich bringen.

Laut Luiz Humberto, Wirtschaftsexperte und Buchautor zur Bankenproblematik, gäbe es in Brasilien generell ein Problem, dass Banken nur zu ihren Gunsten handeln, um ihre stetigen Umsätze zu garantieren. Die Zentralbank legte in der Vergangenheit zwar fest, dass Bankangebote standardisiert werden müssen, doch trotzdem sei es den Banken möglich, die Tarife individuell anzupassen und den Kunden für Zusatzleistungen zur Kasse zu bitten. Das System sei für den Kunden keinesfalls transparent, so dass ihm erschwert wird, Vergleiche mit anderen Banken, die günstigere Tarife anbieten, durchzuführen.

Nach der Einführung der Standardisierung von Angeboten hätten die Banken sich die Unkenntnis der Kunden über Normen und kostenlose Dienstleistungen zugute gemacht. „Im Normalfall informieren die Banken die Kunden nicht über Möglichkeit [kostenloser Dienstleistungen]“, so Humberto. Aus diesem Grund seien weitere Maßnahmen der Zentralbank nötig, damit die entsprechenden Banken in die Pflicht genommen werden, ihre Kunden besser zu informieren. „Die Banken müssen ihre Kunden über ihre Möglichkeiten aufklären und mitteilen, welche Dienstleistungen kostenlos sind, und nicht einfach ein Tarifpaket aufsetzen.“ (ds)