Brasilien: Militärplan für mehr Sicherheit der Industrie

30.07.2012 | Politik |
Im Jahr 2008 wurde das Wasserkraftwerk von Tucuruí besetzt und die Energieversorgung des Landes bedroht / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Repórter do Futuro

Im Jahr 2008 wurde das Wasserkraftwerk von Tucuruí besetzt und die Energieversorgung des Landes bedroht / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Repórter do Futuro

Die Führung der brasilianischen Armee hat der Regierung am Wochenende einen möglichen Plan vorgestellt, welcher vorsieht alle strategisch wichtigen industriellen Posten Brasiliens zu überwachen. So sollen große Wasserkraftwerke, Raffinerien und Fabriken vor Übergriffen geschützt werden. Aufgrund eines Übergriffs auf das Wasserkraftwerk in Tucuruí im Jahr 2008 wurde dieser Sicherheitsplan erstellt. Damals hatten Mitglieder der Bewegung der Betroffenen durch Staudämme (Movimento dos Atingidos por Barragens, kurz: MAB) das Wasserkraftwerk besetzt und bedrohten die Energieversorgung großer Teile Brasiliens.

Der General Enzo Peri stellte den Plan in der letzten Woche vor. Würde der Sicherheitsplan so umgesetzt wie das Militär ihn vorsieht, würden Kosten von ca. 9,63 Milliarden Reais (rund 3,8 Miliarden Euro) entstehen. Insgesamt würden zwölf Jahre benötigt, um den Plan komplett umzusetzen, so Peri. Das Pilotprojekt wird im Wasserkraftwerk Itaipu installiert. Außerdem sollen innerhalb dieses Projekts auch die Leitungen im westlichen Paraná durch eine Brigade der Infanterie geschützt werden. In einem zweiten Schritt soll die Infrastruktur der Großindustrie im Bundesstaat São Paulo geschützt werden. Darunter befände sich beispielsweise die Raffinerie Paulínia. In Rio de Janeiro würde das Atomkraftwerk Angra dos Reis militärisch geschützt werden.

Enzo Peri erklärte, dass das Militär im Zuge dieses Sicherheitsplanes permanent zum Einsatz komme, um präventiv zu agieren und die Verletzbarkeit der Fabriken und Kraftwerke zu reduzieren. Ab welchem Zeitpunkt der Plan umgesetzt werde, ist noch nicht bekannt. (sg)


Sie interessieren sich für weitere Details zu diesem Thema? Beauftragen Sie den BrasilNews-Business-Recherche-Service (nur für Unternehmen). Weitere Informationen zu dieser Dienstleistung sowie ein Angebot erhalten Sie per Email: recherche@brasilnews.de