Brasilianischer Mindestlohn nun bei 246 Euro / Copyright Agencia Brasil

Brasilianischer Mindestlohn nun bei 246 Euro / Copyright: Agência Brasil

Wie die brasilianische Kanzleramtsministerin Gleisi Hoffmann vergangenen Montag (24.12.) bekannt gab, soll der gesetzliche monatliche Mindestlohn um neun Prozent auf nun 678 Reais (rund 246 Euro) angehoben werden. Die betreffende Verordnung wurde am gestrigen Mittwoch (26.12.) von der Präsidentin Dilma Rousseff unterzeichnet und tritt Anfang Januar 2013 in Kraft.

Dieser Schritt mag angesichts der lauen Wirtschaftsentwicklung verwundern. Schließlich erreichte das brasilianische Bruttoinlandsprodukt (BIP) dieses Jahr nur einen Prozent Zuwachs. Die Industrie stagnierte. Dennoch nutzt die Regierung Rousseff die Gunst der Stunde, um eine Anhöhung des Mindestlohnes durchzusetzen. Denn trotz der Negativwerte im Industriesektor sorgte der Dienstleistungssektor für eine anhaltend hohe Nachfrage nach Arbeitskraft, was die Löhne hochtrieb (BrasilNews berichtete, 24.12.).

Zudem wird für das kommende Jahr ein spürbares wirtschaftliches Wachstum um 4,5 Prozent erwartet. Die Regierung hatte einerseits beächtliche Ausgaben für Infrastrukturmaßnahmen bekannt gegeben und andererseits Steuererleichtertungen für 2013 verabschiedet. Von den staatlichen Investitionen und dem zu erwartenden Aufschwung sollen daher auch die Arbeitnehmer profitieren. Des Weiteren sollen die von der Inflation verursachten Lohnverluste wettgemacht werden.

Die Anhebung des Mindestlohnes fällt sogar um acht Reais (2,90 Euro) höher aus als zuvor von der Regierung veranschlagt. Zuletzt war der gesetzliche Mindestlohn am 1. Januar 2012 von 545 Reais (198 Euro) auf 622 Reais angehoben worden. Für die kommenden Jahre sind weitere Anhebungen um rund 20 Euro jährlich geplant. Im Jahr 2014 soll der gesetzliche Tarif auf 741,9 Reais (270 Euro) und im Jahr 2015 auf 817,9 Reais (297 Euro) steigen. (ms)