Der Hafen von Rio de Janeiro. Rund zwei Prozent der Handelssegmente sind von Extra-Zöllen betroffen. / Copyright: Agência Brasil
Der Hafen von Rio de Janeiro. Rund zwei Prozent der Handelssegmente sind von Extra-Zöllen betroffen. / Copyright: Agência Brasil

Der Hafen von Rio de Janeiro. Rund zwei Prozent der Handelssegmente sind von Extra-Zöllen betroffen. / Copyright: Agência Brasil

Brasilien wird dieses Jahr die Zahl seiner Handelsbarrieren auf über 100 erhöhen, wie die Tageszeitung Estado de São Paulo in ihrer Ausgabe vom gestrigen Donnerstag (24.10.) berichtet. Bereits fünf Länder haben bei der Welthandelsorganisation (WTO) Protest gegen Brasiliens Importpolitik eingelegt. Mit den Importeinschränkungen reagiert Brasilien auf Preis-Dumping aus dem Ausland. Insbesondere in Folge der drastischen Aufwertung des Real im Jahr 2011 waren nach Ansicht der brasilianischen Behörden vermehrt Produkte unter dem Marktpreis ins Land gekommen.

Nachdem die Regierung in Brasília die Anzahl der Angestellten im Bundesamt für Gewerbeschutz (Departamento de Defesa Comercial, kurz: Decom) verdreifacht hatte, erließ sie zum Ersten dieses Monats ein Gesetz, das es heimischen Firmen erleichtert, die Regierung um Schutzmaßnahmen anzurufen. Die Anzahl der Extrazölle sei seitdem dramatisch angestiegen, wie die Zeitung schreibt. Allein im Oktober seien 39 neue Untersuchungen zu Dumping eingeleitet worden. Laut WTO gab es bis zur Jahresmitte 87 Maßnahmen. Bis zum Jahresende werden wohl einhundert erreicht werden.

Damit nähert sich Brasilien den Ländern mit den meisten Maßnahmen zum Schutz vor Importen. Die Liste wird von den USA und Indien mit jeweils 150 Handelsbarrieren angeführt. Es folgen China mit 112 und die EU mit 106 Maßnahmen.

Laut Felipe Hess, dem Direktor des Decom, das beim Entwicklungsministerium angesiedelt ist, bedeute der Anstieg der Importzölle nicht, dass Brasilien eine Art Protektionismus betreibe. „Ein großer Teil der Fälle wurde im Jahr 2011 eingeleitet, als der heimische Real so hoch bewährtet wurde.“ Insgesamt seien nur zwei Prozent der Sektoren überhaupt von Importbarrieren betroffen, so Hess. (ms)