Das brasilianische Programm zur Beschaffung von Lebensmitteln soll afrikanischen Ländern als Vorbild dienen / Copyright: Ministério do Desenvolvimento Social e Combate à Fome (MDS)

Das brasilianische Programm zur Beschaffung von Lebensmitteln soll afrikanischen Ländern als Vorbild dienen / Copyright: Ministério do Desenvolvimento Social e Combate à Fome (MDS)

In der brasilianischen Hauptstadt Brasilía hat gestern (02.07.) ein Seminar begonnen, in dem Repräsentanten der afrikanischen Länder Niger, Malawi, Mosambik, Senegal und Äthiopien für die Implementierung des Programms zur Beschaffung von Lebensmitteln (Programa de Aquisição de Alimentos, kurz: PAA) fortgebildet werden. Das Ziel des PAA ist es, Menschengruppen, die unter Nahrungs- und Nährstoffmangel leiden, den Zugang zu Nahrung – sowohl in Qualität, Quantität als auch mit Regelmäßigkeit – zu garantieren. Darüber hinaus soll die familiäre Landwirtschaftsproduktion angeregt und somit die soziale Einbindung gefördert werden.

Das Programm ist in seinem Ursprung von der brasilianischen Regierung entwickelt worden und heute Teil einer Initiative zwischen der Organisation der Vereinten Nationen (UN), der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN (FAO) und dem Ministerium für Soziale Entwicklung und Hungerbekämpfung (Ministério do Desenvolvimento Social e Combate à Fome, kurz: MDS) sowie einigen weiteren Partnerorganisationen.

Das Seminar, welches noch bis Freitag (06.07.) stattfindet, soll den Besuchern nahebringen, wie das Programm funktioniert und wie die bisherige Praxiserfahrung Brasiliens mit diesem aussieht. Beim PAA kauft die Regierung Nahrungsmittel zu regional marktüblichen Preisen von Familienlandwirten, die im Nationalprogramm zur Stärkung der familiären Landwirtschaft (Programa Nacional de Fortalecimento da Agricultura Familiar, kurz: Pronaf) gelistet sind und versorgt somit Bedürftige mit den erworbenen Lebensmitteln. Im Anschluss an das Seminar sollen mit technischer Hilfe der Organisatoren in den fünf vertretenen Ländern Pilotprojekte gestartet werden.

Laut dem Repräsentanten der FAO, Helder Muteia, seien es gerade Länder wie Brasilien, die afrikanischen Ländern ein Vorbild sein können: das Land habe durch das Programm beispielsweise geschafft, die familiäre Landwirtschaft wieder aufzuwerten.

Die Gesamtinvestition des Programms für die afrikanischen Länder werden sich hierbei auf zwei Millionen US-Dollar belaufen. (jv)