Tatiana Prazeres aus dem Außenhandelssekretariat des MDIC bei der Veröffentlichung der Zahlen / Copyright: Agência Brasil

Tatiana Prazeres aus dem Außenhandelssekretariat des MDIC bei der Veröffentlichung der Zahlen / Copyright: Agência Brasil

Das was sich seit Beginn des Januars bereits abzeichnete, hat sich am Ende des Monats dann bewahrheitet: Brasilien weist einen negativen Handelssaldo aus. Gleichzeitig ist es auch das schlechteste Ergebnis seit den Aufzeichnungen. Woche um Woche hatte das Ministerium für Entwicklung, Industrie und Außenhandel (Ministério do Desenvolvimento, Indústria e Comércio Exterior, kurz: MDIC) Zahlen veröffentlicht, die die exportierten Güter weit unter den Zahlen der Importe registriert haben. Zum Ende Januar steht nun ein Defizit von fast 1,3 Milliarden US-Dollar (rund eine Milliarde Euro) im Außenhandel fest.

Dem Wert von 16,1 Milliarden US-Dollar (ca. 12,3 Milliarden Euro) bei den exportierten Güter stehen Waren im Wert von 17,4 Milliarden US-Dollar (rund 13,3 Milliarden Euro) bei den Importen gegenüber. Noch im vergangenen Jahr war im Januar ein Außenhandelsüberschuss von 792,4 Millionen US-Dollar (ca. 604 Millionen Euro) erzielt worden. Dabei liegt das schlechte Ergebnis im Außenhandel keineswegs an einem Rückgang der Exporte. Diese nahmen sogar im Vergleich zum Januar 2011 um 1,3 Prozent zu. Allerdings stiegen die Importe um 12,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Anstieg ist vor allem dem Import von Ölen und Kraftstoffen zuzurechnen, die im Wert um 54,7 Prozent mehr importiert wurden, als noch im Jahr zuvor. Aber auch Konsumgüter verzeichneten einen Anstieg um 15,7 Prozent im importierten Wert. Steigerungen im Exportwert konnten vor allen Dingen bei den Rohstoffen und industriellen Halbfertigprodukten erzielt werden.

Für das Jahr 2011 lässt sich ein positives Außenhandelsergebnis feststellen. Von Januar bis Dezember 2011 wurde ein Überschuss von 29,8 Milliarden US-Dollar (rund 22,7 Milliarden Euro) erzielt. Das schlechte Außenhandelsergebnis des Januar stellt aber noch die Erwartung auf einen positiven Saldo am Ende des Jahres in Frage. So will das MDIC diese Zahlen für Januar verstanden wissen, sagte gestern (01.02.) dazu die Sprecherin des Außenhandelssekretariat, Tatiana Prazeres, bei der Präsentation der Zahlen. Nach der Auswertung weiterer Statistiken gab es in 2009 und 2010 einen negativen Saldo im Januar und am Ende des jeweiligen Jahres konnte ein positiver Außenhandelssaldo verbucht werden, so Tatiana Prazeres weiter. Dies hängt auch, so die Einschätzung des MDIC, von der weiteren Entwicklung der Krise und den ergriffenen Maßnahmen Brasiliens zur Stützung des Exports ab. (mas)