Soja-Export in Brasilien / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, R. Pinheiro

Soja-Export in Brasilien / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, R. Pinheiro

Brasilien prüft derzeit die Möglichkeiten zum Bau eines neuen Großhafens im Amazonasgebiet, der als Haupthafen für Sojaexporte des Landes genutzt werden soll.

Der Hafen von Outeiro, der in der Nähe der größten Stadt des Amazonas, Belém, gebaut werden soll, würde eine Anfangskapazität von 18 Millionen Tonnen pro Jahr haben. Somit überträfe er die Kapazitäten von 16,8 Millionen Tonnen des Hafens von Santos (Bundesstaat São Paulo) und von 14,8 Millionen Tonnen des Hafens von Paranaguá (Bundesstaat Paraná).

Damit der Hafen 2014 in Betrieb gehen kann, soll die Versteigerung für die Bau- und Bedienrechte noch dieses Jahr vollzogen werden. In der ersten Bauphase rechne man mit Kosten in Höhe von 660 Millionen Reais (ca. 287,7 Millionen Euro).

Mit dem neuen Hafen ergeben sich einige Vorteile, da Produzenten der Bundestaaten Mato Grosso, Goiás, Pará, Tocantins und Maranhão sowie der Regionen des Cerrado, Amazonas und Nordostens Brasiliens erhebliche Transportkosten sparen. Des Weiteren sei die Lage des Hafens ideal aufgrund der Nähe zum Panama-Kanal als Verbindung zum Pazifik mit China, einer der wichtigsten Sojaimporteure Brasiliens.

Brasilianische Landwirte müssen zur Zeit 85 Dollar pro Tonne zahlen, um Soja auf den Markt zu bringen oder für den Export am Hafen bereitzustellen. Durch ein neuen, näheren Hafen könnte dieser Wert deutlich reduziert werden. In Argentinien und den USA liegen die Kosten nur bei 20 Dollar pro Tonne.

Trotz dieser Faktors ist Brasilien derzeit der weltweit zweitgrößte Exporteur von Soja. Schätzungen gehen davon aus, dass das Land dieses Jahr die momentan auf Platz eins befindlichen USA im Ranking einholen werde. (ds)