Präsidentin Dilma Rousseff bei der Vorstellung des neuen Regierungsprogramms Pronacampo / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff bei der Vorstellung des neuen Regierungsprogramms Pronacampo / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff erließ gestern (20.03.) ein neues Regierungsprogramm, welches die Verbesserung von Bildung und Bildungseinrichtungen in den ländlichen Regionen Brasiliens vorsieht.

Das Staatliche Bildungsprogramm auf dem Land (Programa Nacional de Educação do Campo, kurz: Pronacampo) will unter anderem 1,9 Millionen Studenten den Zugang zu Schulbibliotheken sichern, den Ganztagsunterricht in mehr als 10.000 Schulen etablieren und Weiterbildungen für mehr als 10.000 Lehrer garantieren. Über die Einrichtung von Informatik-Räumen an 20.000 Schulen, soll der Zugang der ländlichen Bevölkerung zu neuen Informations- und Kommunikationstechnologien gefördert werden. Für den Transport der Schüler sollen 8.000 Busse und 180.000 Fahrräder bereitgestellt werden.

In den ländlichen Regionen sind im Schnitt 23 Prozent der über 15-Jährigen Analphabeten und 51 Prozent haben keinen Grundschulabschluss. 90 Prozent der betreffenden Schulen haben keinen Internetzugang, 15 Prozent keinen Strom, zehn Prozent sind ohne Trinkwasserversorgung und 14 Prozent verfügen über keine sanitäre Abwasserstruktur.

Das Programm ist auch eine Maßnahme gegen die Serie der Schließungen von ländlichen Schulen: Laut dem Bildungsministerium wurden in den letzten fünf Jahren 13.691 Schulen geschlossen – meist aus Kosteneinsparungsgründen der Stadtverwaltungen.

Bis 2014 sieht das Pronacampo-Programm Investitionen von 5,4 Milliarden Reais (etwa 2,3 Milliarden Euro) vor. Neben der finanziellen Hilfestellung bietet das Programm den Staaten und Gemeinden auch technische Hilfe bei der Umsetzung an, wobei es auf vier verschiedenen Ebenen ansetzt: Pädagogische Praxis, Ausbildung der Lehrer, Bildung für Heranwachsende, Jugendliche und Erwachsene sowie physische und technische Infrastruktur. Damit werde, so die brasilianische Präsidentin, nicht nur die akute Misere und Armut auf dem Land bekämpft, sondern den zukünftigen Generationen ein neuer Horizont und mehr Chancen garantiert. (jv)