Die Greenpeace-Aktion gegen Chevrons Leckagen in Brasilien / Copyright: Greenpeace Brasilien

Die Greenpeace-Aktion gegen Chevrons Leckagen in Brasilien / Copyright: Greenpeace Brasilien

Gestern (15.03) informierte Chevron per Pressemitteilung darüber, dass es ein weiteres Leck in seinem Ölfeld Campo de Frade entdeckt hat. Das Leck wurde bei regelmäßigen Kontrollen des Ölfelds durch Techniker von Chevron bereits am 04. März entdeckt. Schon im November gab es in dem selben Ölfeld ein Leck und etwa 2.400 Barrel Öl entwichen damals ins Meer. Der Umfang des neuen Lecks ist jedoch noch nicht geklärt. Es befindet sich wohl aber nicht direkt am Bohrloch, sondern das Öl entweicht durch Gesteinsrisse im Meeresboden. Chevron betonte aber in seinem Schreiben, dass es sich wohl um kleine Mengen handle und Techniker bereits dabei seien, Maßnahmen zur Schließung des Lecks vorzubereiten. Auch ein Auffanggefäss wurde von Chevron am neuen Leck bereits gestern installiert, um die austretende Menge Öl direkt aufzufangen. Nach Angaben von Chevron waren dies bisher lediglich fünf Liter.

Nur wenige Tage zuvor hatte die staatliche Agentur für Erdöl, natürliches Gas und Biokraftstoffe (Agência Nacional do Petróleo, Gás Natural e Biocombustíveis, kurz: ANP) in einer Veröffentlichung bekannt gegeben, dass Chevron vorschriftswidrig weiter Erdöl fördert. Die ANP wies in ihrem Schreiben darauf hin, dass Chevron nach dem Ölaustritt vom November noch immer nicht alle Vorschriften und Sicherheitsvorkehrungen wie von der ANP gefordert umsetzt. Folgerichtig kündigte die ANP gestern in einem weiteren Schreiben mit, dass sie nun erneut Ermittlungen gegen Chevron wegen des neuen Lecks aufnehme.

Bereits bei der Installation des Auffangbehälters am neu entdeckten Leck waren Mitarbeiter der ANP in den Prozess involviert. Kurz nach Bekanntgabe der ANP ließ Chevron mitteilen, dass es die Erdölförderung im Fördergebiet Campo de Frade zunächst einstellen werde, bis alle Ursachen des erneuten Austritts geklärt sind. (mas)