Der Fluss Acre führt aufgrund der extremen Dürreperioden mit 1,5 Metern den geringsten Wasserstand seit 40 Jahren / Agência Brasil

Der Fluss Acre führt aufgrund der extremen Dürreperioden mit 1,5 Metern den geringsten Wasserstand seit 40 Jahren / Agência Brasil

Eine Studie der Fakultät für öffentliche Gesundheit der Universität von São Paulo (Faculdade de Saúde Pública da Universidade de São Paulo) zeigt, dass die Niederschlagsmengen erhebliche Auswirkungen auf die Kindersterblichkeit in Brasilien haben. Sowohl der Überschuss als auch das Defizit von Regenwasser tragen zu einer Anstieg der Kindersterblich bei. Die Studie greift besonders auf eine Raumanalyse des nordöstlichen Bundesstaats Pernambuco zurück, wo sie die trockensten und regenreichsten Regionen mit der Sterberate von Kindern bis zu einem bestimmten Alter in den betroffenen Gegenden in Verbindung setzte. Das Ergebnis der kombinierten Indikatoren ergab im analysierten Zeitraum (2001 bis 2003) eine höhere Sterblichkeitsrate in jenen Regionen als die durchschnittliche Kindersterblichkeit des gesamten Bundesstaates.

Die Studie zeigt in Übereinstimmung mit den Daten der World Health Organization (WHO), dass 88 Prozent der weltweit auftretenden Fälle von Durchfall durch verschmutztes Wasser oder durch die Abwesenheit von Wasser, und der dadurch ausbleibenden Hygiene, verursacht werden. Von den 184 untersuchten Gemeinden in Pernambuco wurden 122 als semiarid und 64 als nicht-semiarid eingestuft, wobei die trockensten Ortschaften weniger als 800 Millimeter Niederschlag im Jahr verzeichnen. Ausschlaggebend war weiterhin der Human Development Index (HDI) der jeweiligen Regionen. Aparecida Guilherme da Rocha, Leiterin der Studie, informierte, dass je höher der HDI einer Region ist, umso besser seien die Bedingungen der Abwasserentsorgung und umso weniger betroffen seien jene Regionen vom Ausmaß des Niederschlags.

Natürlich sei der Niederschlag nur ein weiterer Faktor, der zur Kindersterblichkeit beiträgt. Daher, so Guilherme da Rocha, könnten die Auswirkungen des Niederschlags durch staatliche Politikprogramme für Abwasserentsorgung, Gesundheit und soziale Entwicklung speziell zugeschnitten auf die kritischsten Gemeinden und Regionen wesentlich reduziert werden. (jv)