Der brasilianische Onlinehandel wächst. Doch fehlt vielen websites der Durchbruch. /Copyright: WikiCommons Dave Braunschweig
Der brasilianische Onlinehandel wächst. Doch fehlt vielen websites der Durchbruch. /Copyright: WikiCommons Dave Braunschweig

Der brasilianische Onlinehandel wächst. Doch fehlt vielen Websites der Durchbruch. Vor allem das Management und  die Lieferung stellen viele Betreiber vor Probleme. /Copyright: WikiCommons Dave Braunschweig

Für viele brasilianische E-Commerce-Unternehmen erweist sich das Geschäft im Internet schwieriger als erwartet. Zwar gab es zum Jahresende bereits rund 37.000 Online-Verkaufsportale und die Zahl soll in diesem Jahr auf 45.000 steigen. Doch 70 Prozent der Anbieter kommen nicht einmal auf mehr als zehn Verkäufe pro Monat, berichtete die brasilianische Tageszeitung Folha S. Paulo in ihrer gestrigen Sonntagsausgabe (12.01.). Dabei beruft sie sich auf eine Studie des Brasilianischen Internethandelsverband (Associação Brasileira de Comércio Eletrônico, kurz: ABComm). Für die Studie wurden die Betreiber von 282 Verkaufs-Webseiten befragt.

Der Präsident der ABComm Mauricio Salvador warnt vor zu viel Euphorie. „Die Menschen begeistern sich [für eine eigene Verkaufsplattform] und verstehen nicht, dass es nicht ausreicht, ein Verkaufsportal zu öffnen und Artikel online anzubieten. Dazu gehören Managementinfrastruktur, Auslieferung und Wiederbeschaffung von Produkten“, so Salvador. Dennoch gehe die ABComm davon aus, dass mit dem E-Commerce in diesem Jahr ein Umsatz von 39,5 Milliarden Reais (circa 12,2 Milliarden Euro) erwirtschaftet wird. Der Markt soll weiter wachsen.

Die Marktanteile sind jedoch sehr ungleich verteilt. Von den 37.000 Seiten seien für die Hälfte des Umsatzes allein die zehn größten Verkaufsportale verantwortlich, wie Alexandre Soncini, Marketingleiter des auf E-Commerce spezialisierten Unternehmens Vtex, gegenüber der Folha S.Paulo bestätigte. Insgesamt hätten sich seit Mai 2013 30.000 Personen auf den Seiten seines Unternehmens über den Start eines „virtuellen Ladens“ informiert. „Ungefähr zehn Prozent erstellten tatsächlich ein Online-Portal, und fünf Prozent verkaufen regelmäßig“, so Soncini. (ms)