Der Minister für Arbeit und Rente, Miguel Rossetto (links) will das Rentenalter anheben. / Copyright: Agência Brasil Brasília - A presidenta Dilma Rousseff anuncia mudanças em seu ministério , durante declaração à imprensa no Palácio do Planalto (José Cruz/Agência Brasil)

Die brasilianische Regierung plant die Anhebung des Renteneinstiegsalters. Demnach soll die Rente für Frauen mit 60 und die für Männer mit 65 Jahren beginnen. Ziel sei es vor allem, den Staatshaushalt zu entlasten, berichtet die Zeitung Estado de S.Paulo.

Brasilien ist einer der wenigen OECD-Mitgliedsstaaten, der bisher kein festes Renteneintrittsalter festgelegt hat. Bei einem Vergleich der OECD-Länder nimmt Brasilien mit einem durchschnittlichen Rentenbeginn von 57,5 Jahren derzeit den untersten Platz ein. Nach einer dem Estadão vorliegenden Studie der Regierung zur Rentenreform ist dieser Wert zu gering, um die Rentenzahlungen zukünftig sicherzustellen. Die Regierung plant nun, sich dem Durchschnittswert von 64,2 Jahren in den anderen Ländern anzunähern und plant vorerst den Rentenbeginn bei 65 Jahren festzusetzen.

Laut dem Bericht des Ministers für Arbeit und Rentenvorsorge, Miguel Rossetto, gehen die Berechnungen von einem Anstieg des Anteils der Rentenbeiträge am BIP von 7,5 Prozent in 2015 auf 8,3 Prozent in 2019 aus. Gleichzeitig sinken die Renteneinlagen von 6,1 auf 5,8 Prozent des BIP. Bereits im laufenden Jahr rechnet die Regierung mit Zuzahlungen in Höhe von 89 Milliarden Reais (rund 20 Mrd. Euro) und in 2016 mit 125 Mrd. Reais (etwa 28 Mrd. Euro), so Rossetto.

Angesichts der steigenden Haushaltslöcher will die Regierung nicht erst wie geplant mit Gewerkschaften, Arbeitgebern und Sozialen Bewegungen über den Entwurf verhandeln. Stattdessen will sie das Gesetzesvorhaben bereits im November dem Kongress vorlegen. Widerstand wird da auch aus den eigenen Reihen erwartet, die traditionell mit den Gewerkschaften eng verbunden sind, so der Estado de S.Paulo. (ms)

Quelle: Estado de S.Paulo