Ministerin Tereza Campello beim Radioprogramm „Bom Dia, Ministro“ / Copyright: Agência Brasil

Ministerin Tereza Campello beim Radioprogramm „Bom Dia, Ministro“ / Copyright: Agência Brasil

In der brasilianischen Hauptstadt Brasília wurde gestern (20.12.) Bilanz für den Regierungsplans „Brasilien ohne Misere“ (Plano Brasil sem Miséria) gezogen.

Tereza Campello, brasilianische Ministerin für soziale Entwicklung und Hungersbekämpfung hat sechs Monate nach dem Start des Plans gestern im Radioprogramm „Guten Morgen, Minister“ (Bom Dia, Ministro) die aktuellen Zahlen veröffentlicht. Teil von Brasil sem Miséria ist das Familienstipendium (Bolsa Família), ein direkter Einkommenstransfer für arme und sehr arme Familien. Es integriert ebenso das Programm „Null Hunger“ (Fome Zero), welches sich für Ernährungssicherheit einsetzt.

Insgesamt wurden dieses Jahr 407.000 Familien für Bolsa Família identifiziert, von denen bereits 325.000 Leistungen beziehen. Damit erhalten 5.000 Familien mehr Unterstützung, als die Zielsetzung für 2011 vorsah. Bis 2014 will die brasilianische Bundesregierung 800.000 Familien im Programm aufgenommen haben.

Die diesjährigen Resultate, so die Ministerin, führten im sozialen Bereich zu einer sehr positiven Bilanz. Dennoch gebe man sich erst zufrieden, wenn die 800.000 Familien identifiziert und im Register eingetragen seien, damit sie neben der Bolsa Família auch auf andere soziale Regierungsprogramme zurückgreifen können, so Campello. Die größte Herausforderung bleibe dabei, die schwer erreichbaren, in abgeschiedenen ländlichen Gegenden lebenden Familien einzugliedern. Selbst bei städtischen Familien gestalte sich die Akquisition aufgrund des fehlenden Informationszugangs oftmals schwer.

Mehrere Lokalregierungen einzelner Bundesstaaten unterstützen die Bundesregierung mit eigenen Programmen. Espirito Santo, beispielsweise, startet das Programm Bolsa Capixaba, welches auf die Aufstockung des von der Regierung üblichen Einkommenstransfers abzielt. Weitere acht Staaten verfügen über ähnliche Programme, um Familien bis 2014 aus der extremen Armut zu holen. (jv)