Das Landwirtschaftsministerium führt bei Bohnenfeldern eine Säuberung aufgrund von Schädlingen durch / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, J. R. da Fonseca

Der brasilianische Minister für Landwirtschaft, Viehzucht und Versorgung Antônio Andrade erklärte gestern (27.08.), dass Produktionskosten für Agrargüter in Brasilien zu hoch seien und diese dringend reduziert werden müssen, um auf dem Weltmarkt langfristig wettbewerbsfähig zu sein. Beispielhaft nannte der Minister die Kosten für die Produktion einer Tonne Soja, die in Brasilien rund 200 US-$ (rund 149 Euro) und in den USA lediglich 90 US-$ (rund 67 Euro) beträgt. 

 

Das Landwirtschaftsministerium führt bei Bohnenfeldern eine Säuberung aufgrund von Schädlingen durch / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, J. R. da Fonseca

Vor allem die Transportkosten seien deutlich zu hoch. Der Großteil der Agrarprodukte werde weiterhin per Lastkraftwagen zu den Häfen gebracht, bestätigte Andrade, dabei sei dies die teuerste Transportmöglichkeit. Die brasilianischen Unternehmen und auch die Regierung müssten weitaus mehr investieren, beispielsweise in den Ausbau des Schienennetzes. Darüber sei in der Vergangenheit bereits mehrfach diskutiert worden. Ein nennenswerter Fortschritt sei aber noch nicht erreicht. Dabei sei es durchaus möglich und sinnvoll größere Investitionen zu tätigen, da die Agrarproduktion in den vergangenen Jahren stark zugenommen habe.
Francisco Turra, Landwirtschaftsexperte und Präsident der Brasilianischen Union für Geflügelzucht (União Brasileira de Avicultura, kurz: Ubabef) kritisierte, im Rahmen eines internationalen Treffens von Vertretern der Geflügelzucht in São Paulo, den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit des Sektors. Noch im Jahr 2005 habe Brasilien die Spitze der weltweiten Geflügelexporte angeführt und sei nun dabei diesen Vorsprung zu verlieren. Diese hänge seiner Meinung nach mit den hohen Produktionskosten zusammen. Turra plädierte für schnelle Lösungen und die Beachtung moderner Transportmöglichkeiten. (sg)