Durch das neue Projekt können Brasilianer auf Dienstleistungen der Regierung mit ihren Fernsehgeräten zugreifen / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, D. R. Naidoo
Durch das neue Projekt können Brasilianer auf Dienstleistungen der Regierung mit ihren Fernsehgeräten zugreifen / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, D. R. Naidoo

Durch das neue Projekt können Brasilianer auf Dienstleistungen der Regierung mit ihren Fernsehgeräten zugreifen. / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, D. R. Naidoo

Ab dem 15. Februar werden 300 Familien im brasilianischen Bundesdistrikt, die die Sozialleistung Bolsa Família beziehen, am Projekt Brasil 4D testweise teilnehmen. Dieses wird vom brasilianischen Kommunikationsunternehmen EBC koordiniert. Mittels Fernsehgeräten haben die Nutzer Zugang zu verschiedenen Dienstleistungen des Staates. Sie können sich beispielsweise über verfügbare Arbeitsplätze über Ausbildungschancen erkundigen. Auch der Zugang zum Impfkalender oder zu Bankdienstleistungen soll gegeben sein.

In den kommenden zehn Jahren sollen mit dem Projekt 13 Millionen Familien erreicht werden, die die Bolsa Família beziehen. Die Idee dahinter: Mehr Familien mit geringem Einkommen, , die deshalb bisher noch keinen Internetzugang haben, sollen die vorhandenen Internetangebote nutzen können. Der Test wird vom Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung IPEA begleitet, das eine Studie und einen Bericht über das Projekt veröffentlichen wird.

Bereits im vergangenen Jahr hat die Testreihe in João Pessoa (Bundesstaat Paraíba) begonnen, bei der 100 Familien Zugang zur Plattform Ginga hatten. Die Bewohner konnten Stellenangeboten und Schulungen einsehen sowie auf Informationen über Dienstleistungen der Regierung wie Fragen zur Altersvorsorge, Gesundheit oder auf Programme wie die Bolsa Famíla und Brasil Carinhoso zugreifen.

Laut Angaben des Koordinators und Gründers des Projekts Brasil 4D André Barbosa habe man dabei monatlich zwölf Reais pro Familie eingespart, da sich die Leute von zu Hause informierten und auf die Wege zu den entsprechenden Institutionen verzichteten. Barbosa schätzt, dass die Einsparungen innerhalb von zehn Jahren eine Summe von sieben Milliarden Reais erreichen können, sobald das Projekt durchgesetzt ist.

Im April und Mai soll das Projekt auch in der Stadt São Paulo getestet werden, wobei 2.500 Familien in der ersten und weitere 2.500 Familien in der zweiten Hälfte teilnehmen. Themen dieser Testphase sind Gesundheit und Bildung. (ds)