Domingo Dutra kritisierte die Wahl von Feliciano scharf / Copyright: Agência Brasil
Domingo Dutra kritisierte die Wahl von Feliciano scharf / Copyright: Agência Brasil

Domingos Dutra kritisierte die Wahl von Feliciano scharf / Copyright: Agência Brasil

Am Mittwoch (20.03.) wurde im brasilianischen Abgeordnetenhaus (Câmara dos Deputados) eine Kommission zur Verteidigung der Menschenrechte und der Rechte von Minderheiten (Comissão de Direitos Humanos e Minorias) eingeführt. Politiker und Vertreter sozialer Bewegungen und religiöser Organisationen zeigten sich erfreut über den wichtigen Schritt, Minderheiten eine offizielle Stimme zu verleihen.

Die Wahl des Vorsitzenden der Kommission überschattet jedoch den fortschrittlichen Zug der brasilianischen Regierung. Der Pastor Marco Feliciano wurde von den Abgeordneten zum Präsidenten gewählt. Von insgesamt 12 Stimmen entfielen ganze elf auf ihn. Der Pastor steht in der Kritik homophobe und rassistische Äußerungen getätigt zu haben.

Feliciano, der bereits seit vierzehn Jahren als Pastor arbeitet und nun sein erstes Mandat im Abgeordnetenhaus antritt, sagte, man habe seine Aussagen falsch interpretiert. Die Abgeordnete Luiza Erundina forderte jedoch noch kurz vor der Wahl einen Abbruch, da sie Feliciano für den Posten für vollkommen ungeeignet hält. Damit sprach sie die Forderungen von Protestierenden aus, die sich vor dem Abgeordnetenhaus versammelt hatten und die Doppelmoral des Pastors anprangerten. Erundina und andere Abgeordnete, darunter der Politiker Domingos Dutra, der sich seit Jahren für Brasiliens Minderheiten einsetzt, lösten innerhalb des Abgeordnetenhauses eine emotionale Diskussion aus und verkündeten ihren Austritt aus der Kommission für den Fall, dass Pastor Feliciano tatsächlich das Amt ausüben wird.

Der Vorsitzende der Abgeordnetenkammer, Anthony Garotinho, erklärte dass man den Vorwürfen nachgehen werde. (sg)