Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff spricht über Stipendien im Rahmen des Universtitätsprogramms ProUni / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff spricht über Stipendien im Rahmen des Universtitätsprogramms ProUni / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff bestätigte gestern (23.01.), dass die Prüfung für das Sekundärschulwesen ENEM (Exame Nacional do Ensino Médio) ab 2013 zwei Mal jährlich stattfinden wird. Die Maßnahme war bereits für dieses Jahr vorgesehen, wurde allerdings vom Bildungsministerium (Ministério da Educação, kurz: MEC) verschoben, da das ENEM aufgrund von Fehlern in vergangenen Prüfungen stark in die Kritik geraten war. So war die brasilianische Regierung gezwungen, gerichtliche Entscheidungen zu treffen.

Rousseff verglich das ENEM mit dem Universitätsprogramm ProUni (Programa Universidade para Todos), durch das mittlerweile eine Millionen Stipendien vergeben wurden. Sie hob hervor, dass man auch bei diesem Programm anfänglich mit Barrieren zu kämpfen hatte und dass Verbesserungen und Umstellungen vorgenommen werden mussten.

Auch der Bildungsminister Fernando Haddad stimmte Rousseff zu und erinnerte daran, dass das ProUni nach seiner Einführung im Jahr 2004 ebenso im Feuer der Kritik stand. Heute hätte es sich etabliert. Derartige Programme würden Zeit zum Entwickeln brauchen, um alle Barrieren zu überschreiten und sich neuen Herausforderungen stellen zu können.

Das ENEM ist eine Prüfung, die 1998 vom brasilianischen Bildungsministerium ins Leben gerufen wurde, um die Qualität der Sekundärschulen des Landes einzuschätzen. Zu Beginn wurde die Prüfung als Zugang zu höherer Bildung an öffentlichen Universitäten abgelegt. Durch das ENEM können ebenso Stipendien über das Programm ProUni vergeben werden. Seit 2009 kann man mit der Prüfung auch ein Abschlusszeugnis für die Sekundärstufe erlangen. (ds)