Der Bildungsminister Aloizio Mercadante spricht über die positiven Zahlen bei den Einschreibungen zum ENEM / Copyright: Agência Brasil

Der Bildungsminister Aloizio Mercadante spricht über die positiven Zahlen bei den Einschreibungen zum ENEM / Copyright: Agência Brasil

Gestern (30.10.) teilte der brasilianische Bildungsminister Aloizio Mercadante nach der Eröffnung des Seminars über die Herausforderungen der Bildung in Brasilien mit, dass die Anzahl der Einschreibungen von Schwarzen, Mulatten und indigener Bevölkerung für das Nationalexamen der Mittelschule ENEM 2012 (Exame Nacional do Ensino Médio) weit gestiegen ist. Die Prüfung ist Voraussetzung für den Zugang zum höheren Bildungswesen, wie für Bewerbungen an Universitäten. Zu verdanken habe man diesen Anstieg dem kürzlich in Kraft getretenen Quotengesetz, durch das auch diesen Bevölkerungsgruppen der Zugang zu Universitäten erleichtert werden soll.

Unter den 5,7 Millionen Teilnehmern am Examen dieses Jahr befinden sich 2,4 Millionen Mulatten, 694.000 Schwarze und 35.000 Indigene, was etwas mehr als die Hälfte der Einschreibungen ausmache. Noch vor zehn Jahren hatten nur vier Prozent der Schwarzen einen Studienplatz und diese Bevölkerung mache 51 Prozent der Gesamtbevölkerung Brasiliens aus.

„Wir müssen weiter daran arbeiten, dass sie den gleichen Anteil an den Universitäten wie in der Gesellschaft haben. Dasselbe gilt für die armen Bevölkerungsschichten. Vor zehn Jahren studierten nur 0,5 von 20 Prozent und heute ist diese Quote schon auf das Achtfache gestiegen, auf 4,2 Prozent. Unter den 20 Prozent Reichsten gibt es hingegen 47 Prozent mit einem Diplomabschluss. Das ist der wahre Ursprung der Ungleichheit in Brasilien: der Zugang zur Bildung“, so der Minister.

Eine weitere Entwicklung bei den Anmeldungen für das ENEM sei der größere Anteil der Frauen, der sich auf 59 Prozent beläuft. „Alle Daten zeigen, dass Frauen immer mehr studieren und Arbeitsplätze einnehmen, die von größerer Bedeutung sind. Die Frauen haben ein höheres Schulbildungsniveau. Das zeigt sich in Brasilien besonders stark, aber auch weltweit gibt es Tendenzen in diese Richtung.“ (ds)