Dilma Rousseff bei ihrer Rede vor dem Kongress des CNI / Copyright: Agência Brasil

Dilma Rousseff bei ihrer Rede vor dem Kongress des CNI / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Zentralbank hat in den vergangenen Monaten mehrfach den Leitzins Selic gesenkt. Aber noch immer gehört Brasilien international zu den Ländern, die vergleichsweise hohe Zinssätze für Kreditnehmer haben. Angekommen von der Vergünstigung der Kredite ist bei den Geschäfts- und Privatkunden also bisher recht wenig. Vielmehr haben die Banken die Absenkung des Leitzins dazu genutzt, den Spread, die Differenz zwischen dem Zinssatz, den die Banken für das Leihen bezahlen und dem Zinssatz, den sie von ihren Kunden verlangen, zu vergrößern um so ihre Gewinne zu erhöhen.

Die Situation ist für die brasilianische Regierung alles andere als erfreulich. Die hohen Kosten für die Kreditnehmer aus der Wirtschaft behindern neue Investitionen und auch im Privatbereich sind die hohen Zinssätze beispielsweise ein Hinderungsgrund dafür, dass im privaten Wohnungsbau keine nennenswerten Steigerungen erkennbar sind. Auf einer Konferenz des Nationalen Industrieverbands (Confederação Nacional da Indústria, kurz: CNI) sprach die Präsidentin Dilma Rousseff am Freitag deshalb auch davon, dass die Kosten für Kredite und auch der Spread der Banken an das internationale Niveau angepasst werden muss, damit Brasilien wettbewerbsfähig bleibe und ein nachhaltiges Wachstum zukünftig aufweist.

Neben dem Bankensektor sprach die Präsidentin Dilma Rousseff auch das Patentwesen und die Innovationskultur als verbesserungswürdig an. Im Bereich der Patente versprach sie den bei der Konferenz versammelten Vertretern der brasilianischen Wirtschaft schnelle Verbesserungen. Ebenso im Bereich der Förderung von Innovation machte Dilma Rousseff weitere Zusagen. So soll das Programm zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens um 1,9 Milliarden Reais (ca. 790 Millionen Euro) aufgestockt werden. (mas)