Zu versteigern: Betrieb von Teilen des Flughafens Guarulhos, São Paulo / Copyright: Andomenda, Wikimedia Commons

Zu versteigern: Betrieb von Teilen des Flughafens Guarulhos, São Paulo / Copyright: Andomenda, Wikimedia Commons

Am 15. Dezember wurden in einer Extra-Ausgabe des brasilianischen Bundesanzeigers (Diário Oficial da União) die Regelungen, für die zur Versteigerung anstehenden Konzessionen dreier großer Flughäfen publiziert. Betroffen von der Versteigerung sind die Flughäfen Cumbica in Guarulhos (São Paulos größter Flughafen), Viracopos in Campinas und Juscelino Kubitschek in Brasília. Damit steht die Vergabe der Konzessionen für drei der zu den wichtigsten zählenden Flughäfen Brasiliens an, die am 6. Februar nächsten Jahres an neue Betreiber per Zuschlag vergeben werden sollen. Allerdings umfassen die zu versteigernde Konzessionen jeweils nur Anteile mit maximal 51 Prozent. Mit 49 Prozent bleibt der brasilianische staatliche Flughafenbetreiber Infraero (Infraestrutura Aeroportuária) jeweils obligatorischer Mitbetreiber der Flughäfen.

Die Regelungen sehen vor, dass ausländische Bewerbe sich um die Konzessionen bewerben sollen. Fluggesellschaften können sich mit einem Anteil von maximal zwei Prozent an Bewerberkonsortien beteiligen. Die Auktion wird für alle drei Flughäfen gleichzeitig stattfinden und Betreiber können sich ebenfalls für alle drei Flughäfen bewerben. Die jetzt veröffentlichten Regelungen sehen nun vor, dass ein Betreiber jeweils maximal den Zuschlag nur für einen Flughafen bekommen soll.

Die geplanten Versteigerungen sind Teil eines beschlossenen Plans zur Privatisierung (Plano Nacional de Desestatização) der Regierung Dilma Rousseff aus dem Juli dieses Jahres. Der brasilianische Rechnungshof (Tribunal Contas da União, kurz: TCU) hatte daraufhin bereits Anfang Dezember für die Versteigerung Zielgrößen für Mindesterlöse aus dem Verkauf berechnet. Diese vom TCU berechneten Beträge lagen durchweg höher, als die nun durch die Regierung veröffentlichten Mindestgebote. So sollen nun für Guarulhos mindestens 3,4 Milliarden Reais (rund 1,4 Milliarden Euro) bei einer Laufzeit von 20 Jahren, für Viracopos mindestens 1,5 Milliarden Reais (rund 616 Millionen Euro) für 30 Jahre und für den Betrieb von Juscelino Kubitschek mindestens 582 Millionen Reais (rund 239 Millionen Euro) für 25 Jahre geboten werden.

Auf die zukünftigen Betreiber kommen neben des Kapitaleinsatzes in die Konzessionen auch etliche verpflichtende Investitionen in Infrastruktur und kontinuierliche, umsatzgebundene Abgaben für die erworbenen Konzessionen zu. Der Frankfurter Flughafenbetreiber FRAPORT wird sich voraussichtlich in einem Konsortium mit der brasilianischen EcoRodovias an der Auktion um den Betrieb einer dieser Flughäfen beteiligen. Das brasilianische Unternehmen EcoRodovias ist spezialisiert auf Infrastruktur und Logistik. (mas)