Der Bezinpreis steigt zum ersten Mal in den letzten zehn Jahren. Sieben Prozent beträgt die Teuerung / Copyright Agência Brasil

Der Bezinpreis steigt zum ersten Mal in den letzten zehn Jahren. Sieben Prozent beträgt die Teuerung / Copyright Agência Brasil

Zum ersten Mal in den letzten zehn Jahren genehmigt die Regierung eine Benzinpreiserhöhung. Sieben Prozent beträgt die Teuerung / Copyright: Agência Brasil

Zum ersten Mal seit zehn Jahren werden die Spritpreise in Brasilien wieder teurer. Wie gestern (15.01.) bekannt wurde, steigen der Benzinpreis ab Juni 2013 um sieben Prozent und der Dieselpreis um vier bis fünf Prozent. Auf diesen Schritt einigten sich Anfang des Jahres Finanzminister Guido Mantenga, Präsidentin Dilma Rousseff und die Präsidentin des halbstaatlichen Erdölunternehmens Petrobras, Maria das Graças Foster. Der Erlass tritt aber frühestens kommende Woche in Kraft.

Mit diesem Schritt reagierte Regierung auf die Forderung der neuen Vorsitzenden des halbstaatlichen Erdölunternehmens Petrobras Graça Foster. Seit längerem fordert sie die Anhebung der Preise, um die Gewinneinbußen des vergangenen Jahres und die hohen Investitionen und Wartungskosten zu decken. Zwischen 2012 und 2016 sollen 236 Milliarden Reais (rund 86 Millionen Euro) in die Infrastruktur und den Ausbau der Förderanlagen von Petrobras investiert werden. Dazu brauche das Unternehmen mehr Eigenkapital, so Foster (BrasilNews berichtete, 31.12.2012). Dieses soll nun über höhere Benzinpreise refinanziert werden.

Des Weiteren soll durch die Anhöhung der Spritpreise zum einen der Inlandsverbrauch gedrosselt werden, um im gleichen Schritt weniger Erdöl importieren zu müssen. Zum anderen entstehen so weniger Kosten für Petrobras. Da sich ein Großteil seiner Förderanlagen in Wartung befindet, ist Brasilien derzeit darauf angewiesen, Erdöl zu importieren. Die Petrobras hatte im vergangenen Jahre erhebliche Gewinneinbußen verzeichnen müssen.

Um diese starke Teuerung für den Endverbraucher abzufedern, werden derzeit Maßnahmen ausgarbeitet. Dazu gehört vor allem die Anhöhung des Alkoholanteils auf 25 Prozent bei Biosprit. Dieser Anteil war erst im Oktober 2011 Jahren gesetzlich auf 20 Prozent gesenkt worden, nachdem unter steigender weltweiter Nachfrage der Preis für Zuckerrohr nach oben geschnellt war. Die Regierung genehmigte daraufhin die Senkung des Biospritanteils, um höhere Einnahmen auf dem Weltmarkt erzielen zu können. (ms)