Bus in Rio de Janeiro während eines Starkregens in 2010 / Copyright: Creative Commons, R. Esper

Bus in Rio de Janeiro während eines Starkregens in 2010 / Copyright: Creative Commons, R. Esper

Nach dem es in den letzten Jahren zunehmend viele Überschwemmungskatastrophen ausgelöst durch andauernde Regenfälle oder Starkregen in einzelnen brasilianischen Regionen gegeben hat, setzt die brasilianische Regierung derzeit auf eine neue Kartographie von rund 250 brasilianischen Regionen. Mit diesen Karten können dann entsprechende Maßnahmen ergriffen, gefährliche Zonen für zukünftige Starkregen identifiziert und die entsprechenden Gegenmaßnahmen geplant werden.

Gedacht war bisher an eine Fertigstellung der Karten bis 2014, jedoch wurden die Ministerien angehalten, die Kartographierung möglichst zu beschleunigen. Erstellt werden sollen die neuen Katastrophenschutzkarten von Experten einzelner Universitäten des Bundes in Zusammenarbeit mit Geologen von Petrobras. Hierzu soll es bereits nächste Woche ein Treffen geben, in der die entsprechenden Experten für die anstehende Kartographie ausgewählt werden. Diese Maßnahme ist vor allem notwendig, um eine fundierte Grundlage für die Regionen zu liefern, in denen Umsiedlungen eventuell notwendig werden könnten. In den Bundesstaaten Santa Catarina und São Paulo werden neue Zentren zur Überwachung und für den Katastrophenschutz eingereicht, da für diese beiden Staaten zunehmende Starkregen und mehr andauernde Regenfälle bereits vorausgesagt werden.

Für die durch die Flut- und Überschwemmungskatastrophen zerstörten Regionen in der letzen Zeit gibt es derzeit einen Bedarf von rund 3.000 neu zu errichtenden Häusern. Hierfür sollen Mittel aus dem Programm „Mein Haus, mein Leben“ (Minha Casa, Minha Vida) verwendet werden. Familien aus Katastrophengebieten hätten dabei Vorrang innerhalb des Programms, so der brasilianische Minister für nationale Integration (Ministro da Integração Nacional), Fernando Bezerra gestern (18.01.).

Koordiniert werden soll die Hilfestellung durch die bereits existierende Leitungsgruppe aus dem Programm zur Beschleunigung des Wachstums (Programa de Aceleração do Crescimento, kurz: PAC). An diese wurden bereits Anfragen aus den Bundesstaaten Rio de Janeiro und Minas Gerais eingereicht, so der Minister Fernando Bezarra. An Minas Gerais wurden auch 25 Millionen Reais (rund 11 Millionen Euro) Soforthilfe überwiesen, um die Schäden der Zerstörung aus der letzten Zeit beheben zu können. (mas)