Fernando Garrido, Koordinator für Schuldenvorgänge in Brasilien / Copyright: Agência Brasil

Fernando Garrido, Koordinator für Schuldenvorgänge in Brasilien / Copyright: Agência Brasil

Im August konnte ein Rekord ausländischer Beteiligung an inländischen Schuldtiteln in Brasilien festgestellt werden, so veröffentlichte gestern (24.09.) das brasilianische Schatzamt (Tesouro National). Der Wert stieg auf 13,34 Prozent an (237,39 Milliarden Reais, ca. 90,7 Milliarden Euro), im Gegensatz zu 13,22 Prozent im vergangenen Juli (236,47 Milliarden Reais, rund 90,4 Milliarden Euro).

Laut Fernando Garrido, Koordinator für Schuldenvorgänge, würde nicht nur das Kapital die ausländische Beteiligung an Schuldtiteln erhöhen, sondern auch die Renditen und wie sie verbucht werden.

Für Garrido sei die ausländische Beteiligung an den Schuldtiteln ein Beweis für das Vertrauen in die brasilianische Wirtschaft. Allerdings würde eine hohe Beteiligung Brasilien anfälliger für externe Krisen machen, aber Garrido lenkte sofort ein, dass diese Gefahr bei einem Prozentsatz von ca. 13 noch relativ gering im Vergleich zu anderen Ländern sei.

Die Besteuerung ausländischer Transaktionen reguliere zudem die Vorgänge: „Die Finanztransaktionssteuer IOF (Imposto sobre Operações Financeiras) verhindert den Eintritt von kurzfristigem Kapital ins Land. In der Praxis gelangen also nur langfristige Investoren nach Brasilien.“

Seit 2008 erhebt die Regierung die IOF-Steuer auf ausländische Transaktionen. Die Rate lag anfänglich bei 1,5 Prozent und stieg schrittweise an, so dass sie seit 2010 bei über sechs Prozent liegt. Die IOF würde den Eintritt von spekulativem Kapital verhindern und den Investitionszufluss stabilisieren. „Hauptsächlich kaufen Versicherungsgesellschaften und Rentenfonds Schuldtitel und diese investieren längerfristig“, so Garrido. (ds)