Rekordjahr 2012 in der Landwirtschaft hatte dennoch mit schwächelnden Absatzmärkten zu kämpfen / Copyright Agência Brasil

Rekordjahr 2012 in der Landwirtschaft hatte dennoch mit schwächelnden Absatzmärkten zu kämpfen / Copyright Agência Brasil

Die brasilianische Landwirtschaft registrierte im vergangenen Jahr einen Umsatzrekord, der vor allem auf eine Steigerung der Getreideproduktion zurückzuführen ist. Landesweit wurden 166,2 Millionen Tonnen Getreide eingefahren. Im Vergleich zum Vorjahr schrumpfte die Landwirtschaft jedoch, deren Anteil am Bruttoinlandsprodukt nun 813 Milliarden Reais (300 Milliarden Euro) betrug.

Die Landwirtschaft hatte vor allem mit starken anhaltenden Dürren im Süden und Nordosten des Landes zu kämpfen. Absatzschwierigkeiten verursachten außerdem die langsamer wachsende Wirtschaft in China und die Sparmaßnahmen der Europäischen Union. Dies führte zudem zu Preissenkungen der wesentlichen Ausfuhrprodukte auf dem Weltmarkt.

Darüber hinaus hatten die brasilianischen Exporteure in Folge von Fällen der Maul- und Klauenseuche mit den Einfuhrverboten von Rind in den meisten Hauptabsatzländern wie Russland, Japan und Saudi-Arabien sowie dem wichtigsten Partner im Mercosur, Argentinien zu kämpfen. Dies soll sich 2013 teilweise ändern und die Exporte von Rind und Schwein aus bestimmten Bundesstaaten, in denen keine Seuchenfälle registriert wurden, sollen wieder aufgenommen werden. Insbesondere stehen mit Japan und Südkorea Vertragsabschlüsse an. Beide Länder zeigen sich an Fleisch aus dem südwestlichen Bundesstaat Santa Catarina interessiert.

Als äußerst postiv stellte der brasilianische Landwirtschaftsverband (Confederação da Agricultura e Pecuária do Brasil, kurz: CNA) das im August 2012 nach zehn Jahren verabschiedete Waldgesetz (Código Florestal) dar (BrasilNews berichtete). Die Festlegungen durch das Gesetz brächten nun Rechtssicherheit, so der CNA weiter. Vor allem im Amazonasraum fehlten bis dahin klare Regelungen im Uferbereich von Gewässern. Diese fielen mehrheitlich zu Ungunsten des Umweltschutzes aus. Die Abholzung von Regenwald für den landwirtschaftlichen Gebrauch in Randlagen von Flüssen wurde gelockert.

Herausforderungen für das kommende Jahr stellen weiterhin einerseits die schwächelnden Hauptabsatzmärkte USA und Europäische Union dar. Andererseits wird auch mit dem Andauern der Dürren in großen Teilen des Landes gerechnet. (ms)