Politikerinnen setzen sich für eine Veränderung des Frauenbildes ein / Copyright: Agência Brasil
Politikerinnen setzen sich für eine Veränderung des Frauenbildes ein / Copyright: Agência Brasil

Politikerinnen setzen sich für eine Veränderung des Frauenbildes ein / Copyright: Agência Brasil

Die Verantwortliche für Frauenpolitik in Brasilien, Eleonora Menicucci, fordert eine Veränderung des brasilianischen Frauenbildes. Bei einer Veranstaltung anlässlich des 81. Jahrestages des Frauenwahlrechts sprach die Staatssekretärin darüber, dass in der brasilianischen Gesellschaft weiterhin ein veraltetes Frauenbild vorherrsche. Sie wünsche sich eine Modernisierung der gesellschaftlichen Rolle der Frau und in diesem Zusammenhang eine deutlich größere Teilnahme am politischen Leben.

In dem Großteil der Familien sei es immer noch alleinige Aufgabe der Frau, sich um die Kinder zu kümmern und deren Versorgung zu gewährleisten. Menicucci erklärte die Situation beispielhaft an Abgeordneten des Parlaments: „Wenn ein Mann als Abgeordneter zum Arbeiten ins Parlament geht, weiß er, dass zu Hause alles geregelt ist. Geht eine Abgeordnete an ihren Arbeitsplatz, muss sie sich vorher darum kümmern, dass ihre Kinder in die Schule gehen, am Nachmittag behütet werden und mit Essen versorgt sind“. Nun habe eine Abgeordnete meist das Privileg, genügend Geld zur Verfügung zu haben, um sich diese Versorgung zu leisten, aber die Verantwortung lastet trotzdem auf ihren Schultern.

Diese alleinige Verantwortung soll den Frauen dadurch genommen werden, indem sich Paare die häusliche Arbeit aufteilen, forderte Menicucci. Außerdem fordert sie in der Politik Wahllisten, die obligatorisch mit 50 Prozent Frauen und 50 Prozent Männern bestückt sind. Auch die finanzielle Unterstützung im Wahlkampf soll gerechter aufgeteilt werden, die Ministerin Menicucci erklärte, dass das meiste Geld für den Wahlkampf der Männer ausgegeben werde.

Auch weitere Politikerinnen sprachen sich für eine Frauenquote in der Politik aus. Bei den Kommunalwahlen im letzten Jahr waren lediglich 13 Prozent der Kandidaten für ein Bürgermeisteramt weiblich. (sg)