Hafenkräne / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Listening eye

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Die schleichende Deindustrialisierung Brasiliens lässt sich immer wieder an einzelnen Indikatoren gut ablesen. Deutlich wird sie nicht am allgemeinen Export, denn der speist sich hauptsächlich aus dem Verkauf von Primärgütern, die keine oder kaum Fertigungsschritte erfordern. Der Anteil der industriell gefertigten Produkte an allen Exporten Brasiliens ist es, der seit Jahren sinkt. Zwischen 2005 und 2011 hat sich der Anteil um weitere 0,85 Prozent verringert. In 2011 beträgt der Anteil von industriell gefertigten Waren noch 0,73 Prozent am Gesamtexport.

Dieser sehr geringe Wert liegt zum einen an der großen Masse an exportierten Primärprodukten, die so statistisch den Anteil der industriellen Produkte verringern. Nimmt man diesen Effekt jedoch aus der Statistik, so bleibt ein effektiver Rückgang im Export von Industrieprodukten. Zeigen lässt sich dies nicht zuletzt auch durch den Import industriell gefertigter Güter. Dieser stieg im gleichen Zeitraum, was den Schluss nahe legt, dass eine Nachfrage im brasilianischen Markt nach diesen Gütern vorhanden ist, diese aber durch die heimische Produktion nicht befriedigt werden kann.

Auf globalem Niveau belegen die Zahlen der Welthandelsorganisation (WTO) diese Entwicklung. Während sich Brasilien von Platz 23 auf Platz 22 der exportierenden Länder entwickeln konnte, ist es im vergleichbaren Zeitraum bei den Importen von Platz 28 auf Platz 21 vorgerückt. Die schwerwiegende Erkenntnis aus diesen Zahlen muss demnach lauten, dass die Wirtschaftspolitik der letzten Jahre den Trend der Deindustrialisierung auch durch die vielfältigen Maßnahmen nicht stoppen konnte.  (mas)