Rund 25 Prozent der Medikamente und kosmetischen Produkte in Brasilien werden gefälscht / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Pontificia Universidad Católica de Chile
Rund 25 Prozent der Medikamente und kosmetischen Produkte in Brasilien werden gefälscht / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Pontificia Universidad Católica de Chile

Rund 25 Prozent der Medikamente und kosmetischen Produkte in Brasilien werden gefälscht / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Pontificia Universidad Católica de Chile

Die brasilianische Regierung gab gestern (13.06.) bekannt, dass eine neue bundesweite Regelung gegen Piraterie von Medikamenten und Kosmetikprodukten getroffen werde. Außerdem wolle man jegliche Art von Produkten, die die Gesundheit betreffen, besser überwachen.

Der Fokus soll dabei auf Produkten liegen, die bei der normalen Kontrolle der Nationalen Behörde für Gesundheitsüberwachung (Agência Nacional de Vigilância Sanitária, kurz: Anvisa) ungewollt durch das Netz fallen. Einem Gesetzesentwurf zu diesem Vorhaben wurde bereits von der Kommission für Soziale Angelegenheiten (Comissão de Assuntos Sociais, kurz: CAS) zugestimmt. In einem nächsten Schritt wird der Entwurf nun von der Abgeordnetenkammer (Câmara dos Deputados) geprüft.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt die Piraterie von Medikamenten und Kosmetikprodukten in Lateinamerika, Asien und Afrika insgesamt bei 30 Prozent. Die Anvisa schätzt den Wert für Brasilien allein auf 20 Prozent. Die  Politikerin Vanessa Grazziotin der sozialistischen Partei (Partido do Socialismo, PCdoB) machte darauf aufmerksam, dass die WHO in ihrem Bericht den Wert in Schwellenländern wie Brasilien, Indien, Russland und die Türkei auf 25 Prozent schätzt.

Die Produktion dieser illegalen Piraterieprodukte würde innerhalb Brasiliens stattfinden, so Vanessa Grazziotin. In Gärten oder kleinen Hinterhoffabriken würden Medikamente und andere kosmetische Produkte gefertigt. Die Produktion fände vor allen Dingen in der Nähe der Orte statt, an denen sie auch verkauft würden. Dies mache es schwer, die Produkte auf ihrem Handelsweg abzufangen und zu beschlagnahmen. Trotzdem erhofft sich die brasilianische Regierung, die Piraterie durch das neue Gesetz unterbinden oder zumindest stark einschränken zu können. (sg)