Seit 2002 gab es 21 nicht aufgeklärte Verbrechen gegen Journalisten in Brasilien / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Mikasi
Seit 2002 gab es 21 nicht aufgeklärte Verbrechen gegen Journalisten in Brasilien / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Mikasi

Seit 2002 gab es 21 nicht aufgeklärte Verbrechen gegen Journalisten in Brasilien / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Mikasi

Die brasilianische Staatsanwaltschaft (Ministério Público, kurz: MP) hat einer Empfehlung zugestimmt, welche vorsieht, dass das MP bei Straftaten gegen Journalisten schneller und strenger bei der Ermittlung vorgeht. Dieser Empfehlung voraus ging die Information, dass laut eines Indexes rund 75 Prozent der Straftaten gegen Journalisten nicht geahndet würden, so das internationale Komitee zum Schutz von Journalisten (Comitê de Proteção a Jornalistas, kurz: CPJ).

Seit 2002 gab es 21 Straftaten gegen Journalisten, die straffrei blieben, weil entweder gar nicht oder zu langsam ermittelt wurde. Carlos Liria, der Direktor des CPJ in New York, ist der Ansicht, dass die Anzahl an ungeahndeten Verbrechen für ein Land wie Brasilien inakzeptabel hoch sei.

Der Berater Almino Afonso sieht einen Lösungsansatz darin, dass die Verbrechen, die in einem Zusammenhang mit Journalisten stehen, nicht hinten angestellt werden dürfen und dass man die Fälle schneller vor ein Gericht bringen müsse. In einem Schreiben erwähnt er auch die 29 Journalisten, die allein 2011 in Lateinamerika ermordet wurden, weil sie investigativ gearbeitet hatten.

Den Vorstoß zu einer besseren rechtlichen Aufarbeitung der Verbrechen gegen Journalisten begrüßt Ricardo Pedreira, Direktor der Nationalen Vereinigung der Zeitungen (Associação Nacional dos Jornais, kurz: ANJ). Wenn man sich gegen die Journalisten entscheiden würde, entscheide man sich auch gegen das Recht der Gesellschaft auf Information, so Pedreira. (sg)