Wegen des geringen Wirtschaftswachstums kommen Zweifel an dem Finanzminister Guido Mantega auf / Copyright: Agência Brasil
Wegen des geringen Wirtschaftswachstums kommen Zweifel an dem Finanzminister Guido Mantega auf / Copyright: Agência Brasil

Wegen des geringen Wirtschaftswachstums kommen Zweifel an dem Finanzminister Guido Mantega auf / Copyright: Agência Brasil

Im Vergleich zum vorigen Quartal ist in Brasilien im dritten Quartal dieses Jahres lediglich ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent erreicht worden. Dieser Wert liegt deutlich unter dem erwarteten Wert von ein bis drei Prozent. Für dieses vergleichsweise geringe Wachstum machen einige den Minister Guido Mantega verantwortlich – es gibt bereits erste Spekulationen über seinen Rücktritt. Mantega bekleidet seit 2006 das Amt des Finanzministers. Die Kritiker Mantegas bemängeln vor allem die oftmals unpassende Reaktion des Finanzwesens auf wirtschaftliche Veränderungen.

Die Wirtschaftsprofessorin der Katholischen Universität von Rio de Janeiro (Pontifícia Universidade Católica de Rio de Janeiro), Monica Baumgarten de Bolle, erklärte, dass es durchaus möglich sei, dass es zum Jahresbeginn 2013 einen Ministerwechsel im Finanzministerium geben könne. Die Organisation des BIPs und der Investitionen hätten im dritten Quartal dieses Jahres teilweise chaotische Züge angenommen und das könne die brasilianische Regierung nicht dulden.

André Perfeito hingegen, Chefökonom des Investment-Unternehmens Gradual Investimentos, ist der Meinung, dass Mantega seine Aufgabe gut gemacht habe. In dieser komplizierten Zeit weltweiter wirtschaftlicher Unsicherheit habe Mantega stets verantwortlich und vorausschauend gehandelt, so der Ökonom. Es sei nicht gerecht, Mantega für alle wirtschaftlichen Fehler, die die Regierung in der letzten Zeit begangen habe, verantwortlich zu machen.

Auch der ehemalige Minister für Entwicklung Miguel Jorge ist sicher, dass ein Wechsel des Finanzministers nicht die Lösung sein kann. Die Regierung müsse vielmehr geschlossen neue Wege suchen, um die Wirtschaft voranzutreiben, betonte Jorge. (sg)