Ungleiche Bezahlung nach der Hautfarbe. / Copyright: Agência Brasil
Ungleiche Bezahlung nach der Hautfarbe. / Copyright: Agência Brasil

Brasilien: Ungleiche Bezahlung nach der Hautfarbe. / Copyright: Agência Brasil

Nach wie vor kommt es in Brasilien zu gravierenden Ungleichbehandlungen nach der Hautfarbe. Durchschnittlich ist der Verdienst von Menschen mit schwarzer Hautfarbe um 36,1 Prozent geringer als der von Menschen nicht-schwarzer Hautfarbe. Dabei scheint weder der Bundesstaat, noch die Arbeitszeit oder der Wirtschaftssektor eine Rolle zu spielen. Dies geht auf eine am gestrigen Mittwoch (13.11.) veröffentlichte Studie des Gewerkschaftsübergreifenden Amtes für Statistik und Sozioökonomische Studien (Departamento Intersindical de Estatística e Estudos Socioeconômicos, kurz: Dieese) zurück. Gleichwohl Schwarze rund 48,2 Prozent der arbeitenden Bevölkerung ausmachen, sind sie grundsätzlich benachteiligt.

Des Weiteren stellt die Studie fest, dass es zwischen Schwarzen und Weißen ein signifikantes Ungleichgewicht in Bezug auf den Bildungs- und Ausbildungsstand gibt. Während bei der schwarzen Arbeitsbevölkerung 27,3 Prozent über keinen Abschluss der Sekundarstufe I und nur 11,8 Prozent über einen Universitätsabschluss verfügen, haben bei der nicht-schwarzen Bevölkerung 17,8 Prozent keinen Abschluss der Sekundarstufe  I und insgesamt 23,4 Prozent verfügen über einen Universitätsabschluss. Diese Differenz in der Ausbildung sei mitunter für die Lohnunterschiede verantwortlich. Da Schwarze durchschnittlich über einen geringeren Ausbildungstitel verfügen, verdienen sie in gleichen oder ähnlichen Funktionen weniger als die nicht-schwarze Bevölkerung.

Dennoch stellte die Studie des Dieese auch fest, dass bei gleichem Bildungsstand und –titel ein Schwarzer in der Verarbeitenden Industrie durchschnittlich 17,39 Reais (etwa 5,55 Euro) pro Stunde verdient, während ein Weißer einen Stundenlohn von 29,03 Reais (etwa 9,30 Euro) erzielt. Die Erhebungen wurden zwischen 2011 und 2012 in den Metropolregionen Belo Horizonte, Fortaleza, Porto Alegre, Recife, Salvador, São Paulo sowie der Hauptstadt, dem Distrito Federal, durchgeführt. (ms)