Der Minister für Sport, Aldo Rebelo, widersprach nicht der Ankündig von Schnell- und Sondergerichten während der WM im kommenden. / Copyright: Agência Brasil
Der Minister für Sport, Aldo Rebelo, widersprach nicht der Ankündig von Schnell- und Sondergerichten während der WM im kommenden. / Copyright: Agência Brasil

Der Minister für Sport, Aldo Rebelo, widersprach nicht der Ankündig von Schnell- und Sondergerichten während der WM im kommenden. / Copyright: Agência Brasil

Während der Fußball-WM 2014 plant Brasilien so genannte Sondergerichte einzurichten. Diese sollen im Schnellverfahren Vergehen und Straftaten aburteilen, die im Kontext der WM stehen. Darunter könnten unerlaubter Verkauf von Getränken vor den Stadien oder auch Proteste fallen, die die Fifa oder die Ausgaben für die WM thematisieren. Dies geht aus Berichten der britischen Tageszeitungen Guardian und Telegraph von der vergangenen Woche (4.12.) hervor.

In einer Pressekonferenz am Vorabend der Auslosung der WM-Spiele im nordostbrasilianischen Costa do Sauípe kündigte der Sonderbeauftragte für Großevents des brasilianischen Justizministeriums, André Rodrigues, an, die Regierung habe vor, „Sondergerichte“ für die WM einzurichten. Der für Sport zuständige und anwesende Minister, Aldo Rebelo, widersprach dieser Aussage laut den britischen Zeitungen explizit nicht.

Die von André Rodrigues erwähnten Sondergerichte sind keine Neuheit. Bereits während der Fußball-WM 2010 in Südafrika seien 56 von ihnen mit einer Funktionszeit von 15 Stunden täglich eingerichtet worden. Die Form von Schnellgerichten lasse rechtsstaatliche Prinzipien außer Acht und verstoße an sich gegen die Verfassung, wie Kritiker in einer New York Times-Reportage von Juni 2010 kommentierten. Ein Handyraub sei mit fünf Jahren Gefängnis bestraft worden, weil dieses einer Touristin gehört habe. Wie der Guardian berichtet, hätten die Sondergerichte in Südafrika vor allem den Interessen der Fifa-Sponsoren gedient. Im Namen der Sicherheit sei es zur Strafverfolgung von Verstößen gegen das Markenrecht und das Alleinverkaufsrecht der Sponsoren der Fifa, namentlich Budweiser, Coca Cola und McDonald´s, in Stadionnähe und bestimmen öffentlichen Räumen wie dem von Public Viewing gekommen. Auch in Brasilien wird der Klein- und Straßenhandel zur WM-Zeit erheblich eingeschränkt. (ms)