Brasilien: Sondermüllentsorgung bleibt Herausforderung

26.07.2012 | Politik |
Bislang gibt es noch keinen einheitlichen Umgang mit der Entsorgung von Sondermüll / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Luis Miguel Bugallo Sánchez

Bislang gibt es noch keinen einheitlichen Umgang mit der Entsorgung von Sondermüll / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Luis Miguel Bugallo Sánchez

Die Entsorgung von Sonderabfällen und Giftmüll stellt in Brasilien immer noch eine große Herausforderung dar. Zwar gibt es seit 2009 ein Gesetz, das vorschreibt wie Fabriken und Unternehmen ihren Sonder- und Giftmüll zu entsorgen haben. Allerdings gibt es für die Zivilbevölkerung nur wenige adäquate Orte an denen Sonderabfälle vernünftig entsorgt werden können. Zu den problematischen Abfällen gehören Batterien, Reifen, fluoreszierende Lampen, Verpackungen von Schmiermitteln und Pestizide.

Das Gesetz empfiehlt die Rückgabe problematischer Substanzen an den Produzenten oder Vertreiber des ursprünglichen Produkts. Das System wird in Brasilien umgekehrte Logistik (Logística reversa) genannt. Um diese Möglichkeit der Rückgabe zu verbreiten, hat das Umweltministerium im vergangenen Jahr begonnen, Schreiben zu veröffentlichen, die auf das System hinweisen. Bislang hat das Ministerium jedoch nur auf die Entsorgung einzelner Abfälle hingewiesen.

Solange es kein strukturiertes Verfahren zur Entsorgung gibt, wird der Großteil der brasilianischen Bevölkerung ihren Sondermüll wohl weiterhin gemeinsam mit dem Hausmüll entsorgen, in Einzelfällen den Sonderabfall an Fabriken zurückgeben oder, im schlechtesten Fall, in der Natur entsorgen. Bislang gibt es nur vereinzelt Orte, an denen man Sondermüll abgeben könne, ohne lange Fahrten auf sich nehmen zu müssen, so der Vizepräsident der Brasilianischen Vereinigung für Abfallstoffe und öffentliche Sauberkeit (Associação Brasileira de Resíduos Sólidos e Limpeza Pública, kurz: ABLP) João Gianesi Netto. Seiner Meinung nach müssten die Unternehmen und auch die brasilianische Regierung mehr dafür tun, den Bürgern die korrekte Entsorgung des Sondermülls zu erleichtern und diese für eine solche Entsorgung zu sensibilisieren, so Netto, schließlich handele es sich bei vielen Müllprodukten um wiederverwendbare Materialien.

In der Hauptstadt Brasília wurden nun 13 Posten vom Service für Städtische Sauberkeit (Serviço de Limpeza Urbana, kurz: SLU) installiert, an denen die Bürger ihren Sondermüll problemlos abgeben können. Vielleicht kann dieser Ansatz als Vorbild für weitere brasilianische Städte dienen. (sg)


Sie interessieren sich für weitere Details zu diesem Thema? Beauftragen Sie den BrasilNews-Business-Recherche-Service (nur für Unternehmen). Weitere Informationen zu dieser Dienstleistung sowie ein Angebot erhalten Sie per Email: recherche@brasilnews.de