Baustelle in São Paulo / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Gaf.arq

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Nun also die Baubranche: Die brasilianische Regierung scheint systematisch alle identifizierbaren Sektoren der Wirtschaft zu analysieren, wie sie die wirtschaftliche Aktivität aktiv stimulieren kann. Die Methode, wie die brasilianische Regierung ihre Wirtschaftspolitik vor allem in diesem Jahr vorantreibt, und die Schritte, die sie zur Umsetzung ihrer Ziele verfolgt, gleicht einem einstudierten Ablaufplan. Zunächst wird sich mit Vertretern des Sektors getroffen und diese haben die Möglichkeit, Vorschläge einzubringen. Im zweiten Schritt verkündet die Regierung dann nach kurzer Analyse ihr Maßnahmenpaket. Es scheint als habe die Regierung Dilma Rousseff ihr Rezept gefunden, mit der man der, in ihren Augen nicht so erfolgreichen, wirtschaftlichen Entwicklung wieder auf die Beine helfen kann.

Meist besucht ein Mitglied der Regierung ein Treffen eines identifizierten Sektors, eine wichtige Messe der Branche oder andere öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, um dann die Maßnahmen zu verkünden, die der Branche aus Sicht der Regierung helfen sollen. Die Instrumente sind dabei meist die Gleichen: Reduktion der Kosten von Krediten, meist durch eine von der Regierung verbilligte Kreditlinie und die Reduktion von steuerlichen Abgaben auf der anderen Seite.

Im Falle der Baubranche hat nun Finanzminister Guido Mantega die Maßnahmen der Regierung bei einem Treffen mit Vertretern der Baubranche vorgestellt. Auch hier soll eine Verbilligung der Kredite zu mehr wirtschaftlicher Aktivität führen. Da die Baubranche aber vor allem von öffentlichen Aufträgen abhängt, ist es mit dem Instrument der Steuersenkung nicht getan. Denn die lukrativsten Auftraggeber, Brasiliens Städte, Gemeinden und Bundesstaaten, reagieren auf Steuersenkungen völlig unelastisch. Vielmehr drückt die Branche die Bürokratie, die mit den Aufträgen aus dem öffentlichen Bereich und durch die öffentliche Regulierung in der Baubranche verbunden ist. (mas)