Die Importe übersteigen derzeit die brasilianischen Exporte / Copyright:Wikimedia Creative Commons, Muhammad Mahdi Karim
Die Importe übersteigen derzeit die brasilianischen Exporte / Copyright:Wikimedia Creative Commons, Muhammad Mahdi Karim

Die Im- und Exporte von Stahl gehen deutlich zurück / Copyright:Wikimedia Creative Commons, Muhammad Mahdi Karim

Die brasilianischen Stahlproduzenten korrigieren ihre Im- und Exporterwartung für 2013 nach unten. Laut Informationen von Experten werden die Exporte um 13 Prozent und die Importe um 14,4 Prozent zurückgehen. Die Gesamtproduktion des Stahls wird Schätzungen zufolge in diesem Jahr rund 34,5 Millionen Tonnen betragen, was ungefähr der Menge des Vorjahres entspricht.

Im Gegensatz zum Rückgang des Im- und Exports von rohem Stahl, stiegen die Importe von aus Stahl gefertigten Industriegütern, wie beispielsweise Maschinen und Autos, im ersten Halbjahr dieses Jahres im Vergleich zur gleichen Periode des Vorjahres um 17,7 Prozent an. Der Konsum dieser Güter stieg damit ebenfalls um 3,2 Prozent an, was einem Wert von 26 Millionen Tonnen entspricht.

Bekannt gegeben wurden die Daten gestern (20.08.) durch das Stahlinstitut Brasilien (Instituto Aço Brasil). Der leitende Präsident der Institution Marco Polo de Mello Lopes erklärte, dass die Wettbewerbsfähigkeit der brasilianischen Stahlindustrie mit der weltweiten Gesamtsituation zusammenhänge. Momentan gäbe es rund 587 Millionen Tonnen Stahlüberschuss auf dem Weltmarkt. Dieser Überschuss könne nur durch einen enormen Anstieg des Konsums kompensiert werden. Am besten wäre es, wenn der inländische Konsum anstiege, betont der Präsident, auf einen Anstieg des externen Konsums dürfe man sich nicht verlassen.

Marco Polo de Mello Lopes gab außerdem zu bedenken, dass man bei vielen Großprojekten innerhalb Brasiliens auf importierten Stahl zurückgreife. Er wolle keine protektionistischen Maßnahmen initiieren, aber wenn man schon einen Produktionsüberschuss erwirtschafte, könne man auch auf die eigenen Rohstoffe zurückgreifen. Zuletzt wurden vier der Fußballstadien für die Fußballweltmeisterschaft im nächsten Jahr mit importierten Stahl gebaut. (sg)