Dreht das Kapital Brasilien den Rücken zu? Die Börse in São Paulo (Bovespa) verlor im Januar 2014 um 7,5 Prozent an Kapitalanlagen.Copyright: Agência Brasil
Dreht das Kapital Brasilien den Rücken zu? Die Börse in São Paulo (Bovespa) verlor im Januar 2014 um 7,5 Prozent an Kapitalanlagen.Copyright: Agência Brasil

Dreht das Kapital Brasilien den Rücken zu? Die Börse in São Paulo (Bovespa) verlor im Januar 2014 um 7,5 Prozent an Kapitalanlagen. / Copyright: Agência Brasil

Seit Jahresbeginn wird von ausländischen Investoren verstärkt Kapital von der brasilianischen Börse abgezogen. Insbesondere zum Monatsende sah die Börse in São Paulo (BM&FBovespa S.A.) vorwiegend fallende Zahlen. Allein am vergangenen Dienstag (28.01.) habe man 298,686 Millionen Reais (circa 91 Millionen Euro) verloren, wie die BM&FBovespa bekannt gab. Zwischen dem vorangegangen Freitag (24.01.) und dem betreffenden Dienstag seien insgesamt 1,206 Milliarden Reais (rund 370 Millionen Euro) an Kapitalanlagen aus dem Land abgezogen worden. Insgesamt verzeichnete die Börse ein Minus von 7,5 Prozent.

Diese Entwicklung deckt sich mit der derzeitigen Zurückhaltung auf den Finanzmärkten in Entwicklungsländer zu investieren, wie die Tageszeitung Valor Econômico berichtet. Insbesondere die argentinische Währungskrise oder auch die Anhebung des türkischen Leitzinses von 4,5 auf zehn Prozentpunkte in der vergangenen Woche wirkten sich auf die Börsengeschäfte der weiteren Entwicklungsstaaten aus. Die Türkei plant mit der Anhebung des Leitzinses, den Werteverfall der heimischen Lira zu stoppen. Mit einem ähnlichen Problem sieht sich Brasilien seit mehr als einem Jahr konfrontiert. Um die Inflation zu bremsen, hob die brasilianische Zentralbank den Leitzins in den vergangenen zwölf Monaten sieben Mal an. Zuletzt wurde er am 15. Januar auf 10,5 Prozent gesetzt.

Gerade die niedrigen Leitzinsen in den USA und der EU machten den Entwicklungsstaaten zu schaffen. Die Ankündigungen der US-amerikanischen FED und der europäischen Notenbank, die niedrigen Werte eventuell nur noch bis Ende 2014 halten zu wollen, hätten einen „Run“ auf deren Währungen losgetreten. Der Präsident der brasilianischen Zentralbank, Alexandre Tombini, bezeichnete deren Leitzinspolitik deshalb als einen Staubsauger, der das Geld aus den Entwicklungsstaaten sauge, wie die Tageszeitung Estado de S.Paulo vom gestrigen Sonntag (02.02.) zitiert. (ms)